Klinikführer: Krankenhäuser auf dem Prüfstand

Region  Mit Krankenhausvergleichen bietet unter anderem die Techniker Krankenkasse Patienten eine Orientierung. Wie die Krankenhäuser in der Region abschneiden und wie die Kliniken auf das Ergebnis reagieren, haben wir zusammengestellt.

Von Valerie Blass

Medizin ist Vertrauensgut. Jeder Mensch, der ins Krankenhaus muss, möchte sich darauf verlassen können, dort medizinisch-pflegerisch auf hohem Niveau versorgt zu werden. Auch Organisation, Information und Kommunikation spielen eine wichtige Rolle bei der Bewertung der Güte eines Klinikaufenthalts.

Um Patienten, die einen planbaren Eingriff vor sich haben, eine Entscheidungshilfe bei der Auswahl einer geeigneten Klinik zu bieten, gibt es im Internet eine Reihe von Anwendungen. Eine davon ist der Klinikführer der Techniker Krankenkasse (TK), der jetzt in aktualisierter Version vorliegt. Wir haben beispielhaft Kliniken aus der Region und dem Südwesten herausgegriffen, die bewertet wurden, und die Verantwortlichen gebeten, die Resultate ihrer jeweiligen Klinik zu kommentieren:

 

SLK-Kliniken Heilbronn GmbH

Standorte Gesundbrunnen, Heilbronn, und Plattenwald, Bad Friedrichshall, Lungenfachklinik Löwenstein

Die beiden SLK-Häuser in Heilbronn und Bad Friedrichshall erreichen mit 70,5 Prozent und 71,5 Prozent niedrige Werte für die "Allgemeine Zufriedenheit". Auch was andere abgefragte Parameter wie "Zufriedenheit mit der medizinisch-pflegerischen Versorgung" betrifft, schneiden die beiden Häuser im Vergleich eher mäßig ab. Anders bei der Lungenklinik Löwenstein, die mit 83,8 eine recht gute Allgemeinwertung bekommt.

Die SLK-Pressestelle geht nicht auf die einzelnen Häuser ein, sondern schreibt zu den Zahlen insgesamt: "Mit den Ergebnissen unserer Kliniken bei der Befragung sind wir nicht zufrieden und werden diese zum Anlass nehmen, uns in den abgefragten Bereichen weiter zu verbessern." Allerdings, auch das schreibt SLK, seien "die Ergebnisse unserer eigenen regelmäßigen Befragungen − bei deutlich höheren Rücklaufquoten − in den meisten Fragekomplexen besser". So liege etwa die Zufriedenheit mit der medizinischen und pflegerischen Versorgung bei 90,3 (TK 69,7). Außerdem weist SLK darauf hin, dass mit den Neubauten an den Standorten Heilbronn und Bad Friedrichshall Strukturen geschaffen worden seien, "die auf jeden Fall zu einer weiteren Verbesserung der Patientenzufriedenheit führen dürften". Das Fazit: "Wir nehmen die Befragung ernst und analysieren, wo es für uns Ansatzpunkte zur Verbesserung gibt."

 

RKH-Klinikum Ludwigsburg

Das Klinikum in Ludwigsburg behandelt mit fast 43 000 stationären und 125 000 ambulanten Fällen im Jahr 2016 (Unternehmensangaben) etwas weniger Patienten als das Klinikum am Gesundbrunnen in Heilbronn mit knapp 50 000 und 139 000 Patienten 2016. Die allgemeine Zufriedenheit fällt für Ludwigsburg mit 75,2 etwas besser aus als für den Gesundbrunnen.

Geschäftsführer Jörg Martin schreibt, die TK-Bewertung zeige "maximal einen Trend, den es zu hinterfragen gilt". Ein realistisches Bild dazu, wie Patienten die Behandlungsqualität, Pflege und Organisation bewerteten "bekommen wir durch unsere eigenen Befragungen, die Auswertungen des Beschwerdemanagements und anderer Rückmeldungen." Dennoch nehme das Klinikum die Ergebnisse als Trend sehr ernst, und man arbeite ständig an Optimierungen.

Martins Fazit: "Der Trend ist ernstzunehmen. Das wird auch dadurch unterstützt, dass Fachkliniken (wie Vulpius) erwartungsgemäß relativ gut abschneiden. In Fachkliniken ist die Organisation viel einfacher, da es sich meistens um planbare Eingriffe und ein überschaubares Spektrum handelt."

 

Diakonie-Klinikum Schwäbisch Hall

Die allgemeine Zufriedenheit ist mit 74,9 angegeben. "Die Auswertungen zum Behandlungsergebnis, zur Zufriedenheit mit der medizinischen, pflegerischen Versorgung und auch zur Patientensicherheitskultur waren über dem Durchschnitt, so dass wir hier ganz zufrieden sein dürfen", schreibt Michael Kilb, der Vorsitzende der Geschäftsführung. Man sei sich bewusst, dass in den Fragen Organisation und Unterbringung noch Entwicklungsbedarf bestehe. "Hier erhoffen wir uns vom Neubau eine deutliche Verbesserung", so Kilb weiter. Seit 2013 wird auf dem Gelände des Diak in mehreren Abschnitten neu gebaut.

 

Hohenloher Krankenhaus

Standorte Öhringen und Künzelsau

Die Kliniklandschaft in Hohenlohe ist im Umbruch. Die Einrichtung in Künzelsau soll geschlossen und das Hohenloher Krankenhaus mit einem Neubau in Öhringen auf einen Standort konzentriert werden. Die Holding RGHF gemeinsam mit den SLK-Kliniken haben die Hohenloher verlassen.

HK-Geschäftsführer Jürgen Schopf schreibt zu der Wertung, die für beide Standorte bei über 81 liegt: "Mit den Umfrageergebnissen bin ich zufrieden. Ich gehe schon davon aus, dass sie ein realistisches Bild über unsere Behandlungsqualität, die Pflege und Organisation darstellen." Selbstverständlich sei man weiter und ständig darum bemüht, Qualität und Anforderungen zu verbessern, um den Patienten gerecht zu werden.

 

Vulpius Klinik, Bad Rappenau

Die Vulpius Klinik ist als Fachklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie ein Exot innerhalb der Bewertung − ähnlich wie die Lungenklinik Löwenstein. Sie bekommt mit 91,2 eine sehr gute Note von den Patienten. Man muss allerdings dazu sagen, dass Fachkliniken mit einem kleinen, spezialisierten Spektrum in der Gunst der Patienten meist besser abschneiden als Allgemeinkrankenhäuser.

Prokurist Klaus Harder schreibt zu der Bewertung: "Wir sind durchaus zufrieden. Das in allen Scores überdurchschnittlich gute Ergebnis zeigt: Wir sind seit vielen Jahren auf einem guten Weg. Die Spezialisierung als Orthopädisches Kompetenzzentrum war und ist ein richtiger Schritt für eine zielgerichtete und hochwertige Versorgung." Das gute Ergebnis sei Ansporn, noch besser zu werden. Harder weist auf Patientenseminare hin, die allen angeboten werden, die ein neues Knie- oder Hüftgelenk bekommen. "Wir wünschen uns gut informierte Patienten, die eine aktive Rolle übernehmen."

 

TK-Klinikführer im Internet

Alle Informationen aus dem Klinikführer der Techniker Krankenkasse finden Sie unter: www.tk.de/tk/klinikfuehrer/114928