Buga: Seepark als Erlebnislandschaft

Heilbronn  Das wird Outdoorfans besonders freuen: Der für die Bundesgartenschau geplante Seepark soll eine Spiel- und Erlebnislandschaft werden. Geschaffen werden Angebote wie Seilklettern, Bouldern und Klettersteig.

Von unserem Redakteur Joachim Friedl

Lärmschutzwall wird Erlebnislandschaft
Visualisierter Blick vom Felsenufer und Skywalk auf das Stadtquartier Neckarbogen, das auf dem Fruchtschuppenareal entsteht. Animationen: Sinai Landschaftsarchitekten

Das Lob des Heilbronner Gemeinderats für die erste konkrete Planung für die Bundesgartenschau 2019 war überwältigend: Der Seepark, der als bis zu 15 Meter hohe Lärmschutzlandschaft entstehen wird, wurde geradezu bejubelt. Zunächst als Lärmschutzwall konzipiert, soll nach den Worten von Landschaftsarchitekt Bernhard Schwarz jetzt eine gestaltete Fläche an der Grenze zwischen Neckarbogen und Hafenstraße in Nord-Süd-Richtung entstehen: Länge 750 Meter, Breite 40 bis zu 150 Meter. 300.000 Kubikmeter Erde werden dabei bewegt.

Schwebebahn

Um den Lärmschutz auch an der Engstelle am Freizeitsee gewährleisten zu können, wird eine Stützmauer aus Gabionenwänden gebaut und als 50 Meter lange künstliche Felsenlandschaft gestaltet. Integriert wird eine Spiel- und Erlebnislandschaft. Geschaffen werden Angebote wie Seilklettern, Bouldern und Klettersteig. Sportkletterer können bis zu 13 Meter hohe Kletterscheiben ersteigen. Die Sektion Heilbronn im Deutschen Alpenverein (DAV) wird Kletterkurse anbieten und die Wartung der Kletterwände übernehmen.

Attraktives Beiwerk sind ein Skywalk und ein Balkon, der etwa neun Meter über den Kletterwänden auskragt. Von hier aus wird während der Buga eine Schwebebahn über den Freizeitsee starten.

"Es entsteht etwas generationenübergreifendes", freute sich Helga Drauz-Oertel. Die CDU-Stadträtin sprach von einem "guten Wurf". "Die SPD nimmt die Planung begeistert zur Kenntnis", sagte die Fraktionsvorsitzende Sibylle Mösse-Hagen. Eine Lärmschutzwand werde auf intelligente Weise zu einer Erlebniswelt. "Innovativ, kreativ und nachhaltig wird hier geplant", lobte FDP-Sprecher Nico Weinmann die Buga-Architekten. Von "hoher Qualität" sprach FWV-Vorsitzender Heiner Dörner und Grünen-Stadtrat Alexander Habermeier merkte an: "Damit wird die Buga ins Rampenlicht gerückt."

Lärmschutzwall wird Erlebnislandschaft
Diese Animation zeigt den Blick über den Freizeitsee auf den Seepark mit der Spiel- und Kletterlandschaft im Hintergrund.

Dass die Stadt und der DAV zusammenfinden, das erwartet Pro-Stadtrat Alfred Dagenbach. Stadtrat Hasso Ehinger urteilt über das Konzept: "Phantastisch und zukunftsfähig." Der Jugendgemeinderat wünscht sich im Seepark, wie Isabell Steidel vortrug, einen überdachten Treffpunkt und ein Basketballfeld.

Formalien

Gebilligt hat der Gemeinderat am Mittwoch auch den Fördervertrag zwischen der Stadt Heilbronn und der Bundesgartenschau GmbH. Geregelt ist darin unter anderem, dass die Stadt Geld der Buga GmbH überweist und welche Leistungen die Gesellschaft dafür erbringen muss. Zur Finanzierung der Gesamtkosten der Großveranstaltung in fünf Jahren erhält die Buga GmbH aus städtischen Rücklagen 95 Millionen Euro.

Lärmschutzwall wird Erlebnislandschaft

Einstimmig billigte das Gremium auch einen sogenannten Betrauungsakt, in dem detailliert dargelegt ist, dass die Stadt Heilbronn bei der Förderung der Buga GmbH nicht gegen EU-Recht verstößt. Konkret heißt dies, dass die Kommune nur dann Fördergelder an die Buga GmbH überweisen kann, wenn andere Unternehmen dadurch nicht benachteiligt werden.


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