20 Jahre Heilbronner-Hohenloher-Haller Nahverkehr

Region  Der Heilbronner-Hohenloher-Haller Nahverkehr HNV feiert Geburtstag und bedankt sich mit zahlreichen Aktionen bei seinen Fahrgästen.

Von Joachim Friedl

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Der Heilbronner-Hohenloher-Haller Nahverkehr (HNV) ist in diesem Jahr 20 Jahre alt. Am 1. Januar 1997 hatte der damalige Heilbronner Verkehrsverbund, in dem sich alle Verkehrsunternehmen aus der Stadt und dem Landkreis Heilbronn zusammengeschlossen hatten, seine Arbeit aufgenommen.

Im Laufe der zwei Jahrzehnte wurde das HNV-Land sukzessive erweitert und hat heute ein Verbundgebiet von rund 3300 Quadratkilometern, in dem etwa 800.000 Menschen leben. Anlässlich des 20. Geburtstags wird sich der HNV mit zahlreichen Aktionen bei seinen Fahrgästen bedanken.

Vergünstigungen für Kunden

Unter anderem gibt es ein 1. Mai-Ticket, mit dem drei Tage lang mit Bus und Bahn gefahren werden kann. Im Rahmen der Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg (19. bis 25. Mai) bietet das Geburtstags-Wochenendticket für 20 Euro die Möglichkeit, netzweit und ohne zeitliche Begrenzung mit dem HNV mobil zu sein. "Fahren für umme" heißt es am 30. Oktober. "Wer eine Jahreskarte hat, den belohnen wir an festgelegten Tagen mit freiem Eintritt beispielsweise in Museen wie das Freilandmuseum Wackershofen", sagte bei der Pressekonferenz HNV-Geschäftsführer Gerhard Gross. Ein Geburtstags-Logo und ein Info-Stand beim Nightshopping am 1. April ergänzen die Aktionen.

 

 

Fahrgastzahlen steigen kontinuierlich 

"Der HNV hat sich in den vergangenen 20 Jahren gut entwickelt. Die Fahrgastzahlen sind kontinuierlich von knapp 24 Millionen Personen auf derzeit mehr als 49 Millionen Fahrgäste gestiegen", zieht Gross eine positive Bilanz. Auf mehr als 160 Bus- und Bahnlinien legen die Fahrzeuge der 18 im HNV kooperierenden Bus- und Schienenverkehrsunternehmen etwa 24 Millionen Kilometer im Jahr zurück. Die Einnahmen belaufen sich aktuell auf rund 46 Millionen Euro.

Die Stagnation bei den Fahrgastzahlen in den Jahren 2012 bis 2014 führt Gross in erster Linie auf rückläufige Schülerzahlen zurück: "Der Schülerverkehr macht etwa 60 Prozent beim Fahrgastaufkommen und gute 50 Prozent bei den Einnahmen aus. In der Bilanz machen sich zwei, drei Prozent weniger spürbar bemerkbar." Zum Aufschwung wieder beigetragen hat seit 2015 − trotz derzeitiger Mängel in der Bedienungsqualität − die Stadtbahn Nord.

Fahrscheinsortiment wurde überarbeitet

Unter dem Motto "ein Fahrplan, ein Fahrschein, ein Tarif hat der Verkehrsverbund sein Fahrscheinsortiment überarbeitet. So wurde beim Sahne-Ticket (47,40 Euro) die Altersgrenze gekappt. Das Jahresabonnement ist netzweit wochentags ab 8 Uhr sowie samstags und sonntags ohne Sperrzeit gültig. Zehn Firmen bieten derzeit das Job-Ticket für Mitarbeiter an. Die Stadt Heilbronn ist ab 1. Juli dabei. Mit Blick auf die gesamte HNV-Fahrscheinpalette sagt Gerhard Gross: "Es gibt passgenaue Angebote für jeden Kundenwunsch."

Positiv entfaltet hat sich nach den Worten des HNV-Geschäftsführers das E-Ticket. Auch die Schwachstellen nach der Einführung 2015 seien beseitigt. Derzeit werde das E-Ticket von knapp 7000 Fahrgästen genutzt. Seit Anfang des Jahres bietet der Heilbronner-Hohenloher-Haller Nahverkehr auch das E-Ticket für Kinder an.

20 Jahre HNV − für Gerhard Gross bedeutet dieses Ereignis: "Aus der operativen Vielfalt im öffentlichen Nahverkehr wurde eine Einheit zum Nutzen aller Fahrgäste." Ende 2019 kommen die Schienen-Verkehrsunternehmen Abellio Rail Südwest (Regionalbahn Stuttgart − Heilbronn − Osterburken) und die Go-Ahead Verkehrsgesellschaft Deutschland (Frankenbahn) unter das Dach des regionalen Verkehrverbundes.