Wollhaus: Stadt hofft auf Abriss und Neubau

Heilbronn - Große Hoffnungen setzt die Stadtspitze in die Pläne der Strabag Real Estate, das bisherige Wollhauszentrum ganz abzureißen und als Handels- und Dienstleistungszentrum völlig neu aufzubauen. Wird das Gebäude nur saniert, befürchtet das Rathaus große Probleme.

Von Iris Baars-Werner

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Seit Ende 2012 steht am schadhaften Wollhaus-Turm ein Gerüst. Allein die Fassadensanierung hätte mehr als zwei Millionen Euro gekostet.
Heilbronn - Große Hoffnungen setzt die Heilbronner Stadtspitze in die Pläne der Strabag Real Estate, das bisherige Wollhauszentrum ganz abzureißen und als Handels- und Dienstleistungszentrum völlig neu aufzubauen. Dafür hat das Rathaus in einer Pressekonferenz am frühen Morgen in Aussicht gestellt, dann auch den Zentralen Omnibusbahnhof, der sich derzeit vor dem Wollhauszentrum befindet, auf die Seite zu verlegen und die Verkehrsführung in diesem Areal völlig neu zu ordnen. Urban- und Wilhelmstraße würden dann nicht mehr als Einbahnstraßen genutzt, sondern wären wie früher wieder in beide Richtungen befahrbar.

Dass das "scheußlichste Gebäude das ich kenne", so Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach, tatsächlich verschwinden könnte, und die "ganz große Veränderung" (Himmelsbach) für Stadtbild und Handelsangebot kommt, kann die Stadt aber kaum beeinflussen. Investor Strabag, der derzeit auch das Einkaufszentrum Milaneo in der Stuttgarter City baut, konnte bisher nur mit sechs der zwölf Eigentümer und Eigentümergemeinschaften, die das Wollhauszentrum noch in Händen halten, Vorverträge abschließen. Vor allem die zwei großen Eigentümer "haben sich noch nicht entschieden", berichtete der OB.

"Wir befürchten, wenn es nur eine kosmetische Sanierung des Wollhauszentrums gibt, dann werden wir ein echtes Problem kriegen." Schließlich schlafe die Konkurrenz in Ludwigsburg und Stuttgart nicht. Nur Abbruch und völlig Neuordnung könnten an dieser Stelle der Stadt Positives bewirken. Mit dem Gang an die Öffentlichkeit, das gab Helmut Himmelsbach indirekt zu, wolle die Stadtspitze nun auch einen gewissen Druck erzeugen.

 


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