Wege zur beinahe idealen Stadt

Die Stadt wird für Menschen immer attraktiver. Die Flucht aufs Land ist vorbei. Ältere und Familien zieht es gleichermaßen in urbane Lebensräume. Dort gilt es, Verkehr, Wohnen und Energie neu zu managen: Wie sieht sie aus, die ideale Stadt der Zukunft? Beim ...

 

Zukunft Stadt – die neue Serie ab 13. Oktober

Die Menschen zieht es wieder zurück in die Stadt, dorthin, wo sich ihnen vielfältige Möglichkeiten der Lebensgestaltung eröffnen. Wie aber wollen wir in Zukunft leben, bauen und wohnen? Wie und wo wollen wir arbeiten, einkaufen, unsere Freizeit verbringen? Wie wird aus dem Schlagwort Nachhaltigkeit Realität? Welche neuen Konzepte gibt es für unsere Mobilität? Kurzum: Wie wird die Stadt der Zukunft aussehen, ja, welche Zukunft hat die Stadt?

Diesen Fragen wird die Redaktion mit Schwerpunkt Heilbronn nachgehen und in den kommenden Wochen umfassend über das spannende Thema „Zukunft Stadt“ berichten.

Die sechs Serienteile erscheinen immer samstags in Ihrer Heilbronner Stimme, Hohenloher Zeitung und Kraichgau Stimme.

 

Wege zur beinahe idealen Stadt

Beim Stimme-Forum am 24. September erntet Moderatorin Iris-Baars-Werner, stellvertretende Chefredakteurin, von hochrangigen Experten überraschende Antworten. "Für mich gibt es die ideale Stadt nicht, aber es gibt Wege, um Städte deutlich zu verbessern", sagt Architekt Joachim Eble. Lebendigkeit, Vielfalt, Nachhaltigkeit sind für ihn markante Faktoren.

Wege zur beinahe idealen Stadt

Die Fachleute beim Stimme-Forum hoffen, dass Heilbronn die Chancen nutzt, beim Stadtteil Neckarbogen neue Wege der Stadtplanung zu beschreiten.

Fotos: Mugler

Für Mobilitätsforscher Hartmut Topp sind Charakteristika entscheidend. Er habe lange in Köln gelebt, einer "Stadt voller Brüche". Gerade diese Brüche machten das Besondere aus. Dichte, durchmischte Städte mit Flaniermeilen zum "Sehen und Gesehen werden", Städte mit direkter Versorgung und kurzen Wegen sind für Topp Garanten für Qualität.

Als Negativbeispiel führt Stadtplaner Alex Wall vor 200 Zuhörern in der Glaspyramide der Kreissparkasse die US-Stadt Miami an. Trotz intensiver Sonneneinstrahlung habe Miami Energieprobleme, trotz vieler Regenfälle im Sommer Wassermangel − Zeichen einer falschen Herangehensweise.

Natürliche Ressourcen nutzten und neue Formen der Energiegewinnung in den Städtebau integrieren, das sind für Wall die Aufgaben des Städtebaus. Dass Heilbronn die Chancen nutzt, im Stadtteil Neckarbogen etwas Neues zu schaffen, darauf hoffen die Fachleute beim Forum.

Wege zur beinahe idealen Stadt

Die Stadt Heilbronn kann sich mit ihren neuen Städtebauprojekten wieder einen unverwechselbaren Charakter schaffen.

Foto: Werner Kuhnle

Eble denkt an ein "Labor Heilbronn" und eine "urbane Stadt im Einklang mit der Natur". Verkehrsexperte Topp rät, beim Thema Mobilität die Vorteile der Innenstadt- und Bahnhofsnähe "so offensiv wie möglich" zugunsten von Fußgängern und Radfahrern zu nutzen. "Parkierungsflächen sollte man nicht zementieren, sondern umnutzbar gestalten."

Baubürgermeister Wilfried Hajek sieht Heilbronn auf gutem Weg in die Zukunft, auch wenn es eine ideale Stadt nicht geben werde. Saubere Luft, recycelbare Gebäude, all das spiele für den Neckarbogen eine Rolle, ebenso, ob man dort Sammel- oder Tiefgaragen baue und nur emissionsfreie Autos erlaube. Elitär soll die Heilbronner Zukunftsstadt nicht werden. Hajek: "Normale Bürger sollen sich dort wohlfühlen."