Viel Für und Wider bei Windkraft im Wald

Hardthausen - Das Thema Windräder im Wald dominierte den Abend mit Uwe Ralf Heer im Restaurant "Zum Hirsch" in Hardthausen-Lampoldshausen - dorthin hatte der Stimme-Chefredakteur am Mittwoch zur jüngsten Station seiner Lokaltour eingeladen.

Von unserem Redakteur Alexander Klug

 

Hardthausen - Das Thema Windkraft auf den Höhen des Harthäuser Waldes beschäftigt viele im 4000-Einwohner-Ort Hardthausen. Vor allem im Teilort Lampoldshausen, direkt am Waldrand, scheiden sich an dem Großprojekt mit derzeit bis zu 25 geplanten Anlagen die Geister. In der Gaststätte "Zum Hirsch" war der Andrang deswegen groß, in die Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer am Mittwochabend zur Lokaltour eingeladen hatte.

Einige der rund 40 Gäste an den Tischen erwiesen sich als gut vorbereitet: Ein junger Mann mit Laptop vor sich führte die mangelhaften Möglichkeiten der Einspeisung des Windradstroms an und kritisierte Fehleinschätzungen des beauftragten Planungsbüros. "Es müssen pro Windrad eher zwei bis drei Hektar als die bisher angegebenen 25 Ar Wald gefällt werden", stellte er klar.

Über die meisten Zahlen und Daten rund um die Räder herrschte Uneinigkeit: Vom Umfang des Eingriffs ins Ökosystem Wald über die Auswirkungen für die Menschen im Ort bis zur Menge des Windes, der über den Baumwipfeln weht - keine der Seiten ließ sich von Recherchen oder Aussagen der jeweils anderen beeindrucken.

"Unlauter" ginge es bei den Aussagen der Gemeinde und Energieversorger Zeag zu, monierte Götz Haußer aus Jagsthausen. Er forderte gar Vertragsstrafen für Angaben, die sich im Nachhinein als falsch herausstellten. Er wolle erst Alternativen zur Windenergie im Harthäuser Wald aufgezeigt bekommen, bevor er sich unlauteres Verhalten vorwerfen lasse, meinte Walter Kress, er ist im Vorstand der örtlichen Bürgerenergiegenossenschaft. "Es handelt sich hier um einen Wirtschaftswald, von ihm haben die Menschen seit Jahrhunderten gelebt."