Unfallsichere Behälter sind vorgeschrieben

Region  Das Bundesamt für Strahlenschutz prüft derzeit die Anträge der EnBW. Der Schutz gegen Störungen und Anschläge muss gewährleistet sein.

Von unserem Redakteur Reto Bosch

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Castor-Behälter wiegen in beladenem Zustand rund 120 Tonnen. Foto: Archiv/Veigel

Um Brennelemente aus Obrigheim im GKN-Zwischenlager einstellen zu können, muss die EnBW einige Genehmigungen einholen. Eine liegt bereits vor: die verkehrsrechtliche Zulassung der Castor-Behälter. Die atomrechtliche Transportgenehmigung und die Änderungsgenehmigung für das Zwischenlager fehlen noch. Für beide Verfahren ist das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zuständig.

Anforderungen und Versicherung

"Transport- und Zwischenlagergenehmigungen werden nur dann erteilt, wenn der Antragsteller nachweist, dass er alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt", erklärt das BfS auf Stimme-Anfrage. Ob und wie schnell Genehmigungen erteilt werden können, hänge von der Vollständigkeit und Qualität der eingereichten Unterlagen ab. Für die von der EnBW geplante Verlagerung liegen der Behörde mit Sitz in Salzgitter entsprechende Anträge vor. "Diese werden derzeit geprüft", sagt Pressesprecherin Anja Lutz.

Im Mittelpunkt stehe, ob die Sicherheitskriterien nach dem Atomgesetz (AtG) erfüllt sind und ob die Rechtsvorschriften über die Beförderung gefährlicher Güter eingehalten werden. Die Behörde untersuche beispielsweise − teilweise unterstützt von Gutachtern − ob das Versandstück, also Kernbrennstoff und Behälter, sicher sind.

Gegenstand der Prüfungen sind auch die Fragen, ob der Antragsteller als zuverlässig eingestuft wird, ob ausreichend Schutzmaßnahmen gegen Störmaßnahmen oder sonstige Einwirkungen durch Dritte (etwa Anschläge), eingeplant wurden, ob eine Haftpflichtversicherung vorliegt. "Das vom Antragsteller zu gewährleistende Sicherheitsniveau ist dabei unabhängig vom Verkehrsträger für alle Transportmittel gleich", betont Anja Lutz.

Vorgaben für die Schiffe

Zentraler Bestandteil der Transportsicherheit sei das sogenannte Versandstück. Die Verpackung eines radioaktiven Stoffes müsse immer der von diesem Stoff ausgehenden Gefährdung angemessen sein, so dass die Sicherheit für Mensch und Umwelt stets gewährleistet ist. Für die Obrigheimer Brennelemente müssten unfallsichere Behälter vom Typ B(U) verwendet werden.

Welche Vorgaben gibt es für die Fahrzeuge? Laut BfS kommen in diesem Fall nur Schiffe in Betracht, die eine doppelte Hülle haben. Zum aktiven Schutz des Transports äußert sich die Behörde nicht. "Die hierfür einschlägigen Vorschriften sind nicht öffentlich zugänglich, um ihre Wirksamkeit nicht zu gefährden", erklärt Lutz.