Umfassende Konzeption statt Blindflug

Heilbronn  Mancher Heilbronner mag sich die Augen reiben über so viel Bürgerbeteiligung. Zuerst war seine Meinung zur Modellbebauung Neckarbogen gefragt, jetzt sitzen Mitbürger in sogenannten Buga-Cafés und machen kreative Vorschläge zu Mitwirkungsmöglichkeiten an der großen Schau. Und ab sofort arbeiten die Bürger auch an der Stadtkonzeption 2030 mit.

Von Iris Baars-Werner

Umfassende Konzeption statt Blindflug

Das Heilbronner Rathaus arbeitet ab sofort großen Überblick: Wie soll, wie muss sich die Stadt in den nächsten 15 Jahren entwickeln?

Foto: Archiv/Maier

Seit Montag kann jeder Heilbronner seine Ideen im Netz einbringen (auf der Beteiligungsplattform www.stadtkonzeption-heilbronn.de) oder, wenn er es lieber persönlich mag, sich an einer der angekündigten Werkstätten beteiligen.

"Du kannst als Stadt nicht im Blindflug vorgehen", erläutert Oberbürgermeister Harry Mergel, warum eine mittel- und langfristige Stadtkonzeption notwendig ist. Die letzte wurde 2006 niedergeschrieben und umfasst die Jahre bis 2020. Vieles davon ist umgesetzt, zumindest begonnen, vieles aber hat sich "rasant verändert", wie auch das Stadtoberhaupt weiß. Und manches Thema, das hatte man Anfang des Jahrtausends einfach noch nicht auf dem Schirm.

Sieben Themenfelder, die jeweils in zwei Werkstattterminen diskutiert werden sollen, hat Bernd Berggötz, der Leiter der Stabsstelle Stadtentwicklung und Zukunftsfrage, ausfindig gemacht: Wohnen in Heilbronnn, Lernen in Heilbronn, Leben in der Stadt, Mobilität und Netze, Heilbronn erleben, Wirtschaft, Wissenschaft und Innovation, sowie Umwelt und Natur.

Die Herangehensweise an alle Themenfelder ist gleich: Zunächst widmen sich alle Werkstätten den Herausforderungen, also der Frage: Was kommt auf uns zu? Dann notieren sie die Schwächen und Stärken Heilbronns auf diesem Sektor. Um sich danach den Wünschen zuzuwenden: Wie soll Heilbronn in 15 Jahren in dem Bereich aussehen, mit welchen konkreten Maßnahmen lässt sich das Ziel erreichen?

Alle Beteiligten sind ziemlich gespannt, bekennt Bernd Berggötz, denn er gibt zu: "Für Heilbronn ist das Neuland." Also hat man sich Fachbüros an die Seite geholt: Für die Online-Beteiligungsplattform zeichnen die Tübinger Integrata-Stiftung und ihre Tochter, die Human IT Service GmbH verantwortlich. Für die Moderation der Werkstätten das Stuttgarter Büro Weeber + Partner, ein Institut für Stadtplanung und Sozialforschung.


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