Stromtrasse komplett unterirdisch

Region  Wohin genau sollen die geplanten Stromautobahnen? Die Betreiber stellen jetzt Vorschläge für den Verlauf der Trasse SuedLink vor. In der Region soll sie unterirdisch nahe der Autobahn A 81 verlegt werden.

Von Günter Drewnitzky

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Die Stromtrasse Suedlink, die Windenergie aus Norddeutschland nach Bayern und Baden-Württemberg transportieren soll, wird in der Region unterirdisch nahe der Autobahn A81 verlegt. So plant es der für diesen Streckenabschnitt zuständige Netzbetreiber Transnet.

Das Milliardenprojekt Suedlink nimmt die Windenergie in Brunsbüttel und Wilster (Schleswig-Holstein) auf und leitet sie als Gleichstrom weiter nach Bergrheinfeld bei Schweinfurt, wo das abgeschaltete Atomkraftwerk Grafenrheinfeld steht, sowie nach Leingarten ins Umspannwerk Großgartach. Hier speist noch bis 2022 GKN II ein.

Ersatzstrom

Aufgabe von Suedlink ist es also, die Versorgung des Südens der Republik sicherstellen, wenn hier die Kernkraftwerke vom Netz gehen. Die Trasse ist rund 800 Kilometer lang, sie soll mit einer Spannung von 500.000 Volt arbeiten und in zwei weitgehend parallel verlaufenden Korridoren eine Leistung von zwei mal zwei Gigawatt übertragen.

Zum Vergleich: GKN II liefert rund 1,3 Gigawatt. Zwei Gigawatt (also 2000 Megawatt) reichen für die Versorgung von rund drei Millionen Haushalten.

Verzögerung

Ursprünglich war geplant, dass der Ersatzstrom bis zur Abschaltung von GKN II zur Verfügung steht. Dieses Ziel ist nach dem Beschluss, Suedlink zu 100 Prozent als Erdkabelprojekt zu bauen, nicht mehr möglich. Die Fertigstellung wird sich dadurch um mehrere Jahre verzögern.

Die Geschäftsführer der Netzbetreiber Tennet, Lex Hartmann, und Transnet, Werner Götz, stuften das Jahr 2025 jetzt als ehrgeiziges Ziel ein. Sie verweisen auch darauf, dass man mit der Erdverkabelung dem Wunsch der Bürger Rechnung getragen habe. Die Bundesnetzagentur erklärte am Dienstag, dass es sich bei den jetzt vorgelegten Vorschlägen nur um Planungsoptionen handelt. Jeder Bürger könne in den noch folgenden Verfahren eigene Anregungen einbringen. 

Die Erdverkabelung bedeutet, dass die Trassenplanung vollkommen neu gedacht werden konnte. Bei den ursprünglichen Überlegungen, neue Masten aufzustellen, spielten immer bereits bestehende Trassen eine Rolle, an denen sich dann der Neubau orientiert hätte.

Eine Variante der jetzigen unterirdischen Planung führt vom Umspannwerk Großgartach Richtung Bad Wimpfen, Neudenau und Möckmühl nach Schweinfurt. Eine andere Variante verliefe Richtung Bad Friedrichshall und Krautheim.

Hohe Kosten

Die Erdkabel erfordern für eine Doppeltrasse von Norddeutschland nach Grafenrheinfeld einen rund 40 Meter breiten Streifen. Für die Verbindung von Grafenrheinfeld nach Großgartach wären es 25 Meter. Dieser Abschnitt muss komplett gerodet werden. Allerdings kann er anschließend wieder landwirtschaftlich genutzt oder begrünt werden.

Die Kabel werden in rund zwei Metern Tiefe verlaufen. Im Abstand von einigen hundert Metern müssen kleine garagenähnliche Gebäude errichtet werden, die einen Zugang zu den Kabelverbindungsstellen ermöglichen.

Informationsabende

Als nächstes hat das Umweltministerium zusammen mit Transnet Informationsabende zum Trassenverlauf anberaumt. Die Auftaktveranstaltung mit Umweltminister Franz Untersteller findet am Donnerstag, 6. Oktober, 18 Uhr, in der Festhalle Leingarten statt, ein weiterer am Montag, 10. Oktober, 18 Uhr, in der Stadthalle Möckmühl.