Streiks im Einzelhandel

Heilbronn - Der Tarifkonflikt im baden-württembergischen Einzelhandel spitzt sich zu. Am Samstagmittag machten rund 300 Streikende vor dem Kaufhof am Wollhaus ihrem Unmut über die stockenden Verhandlungen Luft.

Heilbronn - Der Tarifkonflikt im baden-württembergischen Einzelhandel spitzt sich zu. Am Samstagmittag machten rund 300 Streikende vor dem Kaufhof am Wollhaus ihrem Unmut über die stockenden Verhandlungen Luft. Mit grellen Streikwesten, Trillerpfeifen und Transparenten forderten die Beschäftigten die Arbeitgeber auf, den Manteltarifvertrag wieder in Kraft zu setzen und die Löhne zu erhöhen.

"Jetzt reicht"s", rief der Heilbronner Verdi-Sekretär bei der Kundgebung vor dem Kaufhof am Wollhaus den Streikenden zu. Die von den Arbeitgebern geforderten Verschlechterungen im Tarifvertrag werde man nicht akzeptieren. "Wir werden uns nicht erpressen lassen", sagte Müssig. Die Gewerkschaft verlangt vielmehr eine Lohnerhöhung um einen Euro pro Stunde. "Ihr seid mehr wert", bescheinigte Müssig den Streikenden.

Streikmoral 

Neben den Beschäftigten aus den beiden Heilbronner Kaufhöfen und dem Esprit-Geschäft waren auch Mitarbeiter einiger Kaufland-Filialen sowie Streikende aus Stuttgart nach Heilbronn gekommen. "Die Streikmoral ist sehr gut", sagte Müssig. Thema der Kundgebung war auch die beschlossene Schließung des Kaufhofs am Wollhaus. "Das hat uns den Boden unter den Füßen weggezogen", gab Mitarbeiterin Ute Schuchmann Einblick ins Seelenleben der Belegschaft. Gemeinsam mit der Gewerkschaft fordert sie einen Arbeitsplatz für jeden der 80 bis 90 betroffenen Kaufhof-Beschäftigten.

Iris Geiger aus Stuttgart kennt die Situation in Heilbronn aus eigener Erfahrung. "Es war damals schon klar, dass das mit zwei Häusern nicht funktionieren kann." Wie so oft müssten nun die Mitarbeiter die Folgen dieser Fehlentscheidung ausbaden, ärgert sie sich. jüp