Sport macht die Stadt populär

Heilbronn  Der 5. Heilbronner City-Triathlon löste eine Welle der Begeisterung aus. Die rund 1600 teilnehmenden Sportler wie auch die Besucher des Sportevents am Neckar und auf dem Marktplatz lobten die Stadt überschwänglich.

Von Gertrud Schubert und Christian Gleichauf


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Gänsehautfeeling. Die Bässe wummern mächtig, der Beat schlägt im Herzrhythmus. Da: der befreiende Startschuss. Mit einem Schlag kommt Bewegung in die schwimmenden Goldmützen, als würde der Neckar brodeln. Die Mitteldistanz hat den Kampf aufgenommen. Das Ufer entlang und auf der Götzenturmbrücke strahlende Zuschauer, die mit lautem Jubel die Athletenwelle zu ihren Füßen begrüßen und begleiten. Der fünfte Citytriathlon Heilbronn (CTH) hat begonnen. Das Wetter verspricht einen wunderschönen Sonntag.

Selten wird Heilbronn so überschwänglich gelobt. "Es ist einfach sehr schön hier. Die Veranstaltung. Die Stimmung." Mischa Maidorn aus Erlangen hat sich das zweite Mal die Mitteldistanz in Heilbronn gegönnt, wie so viele der rund 1600 Sportler ist er aufrichtig begeistert. "Die Organisation ist sensationell gut", schwärmt Tobias Weber aus Maintal. Allein die Radstrecke raus ins Zabergäu - sie wird als phänomenal schön empfunden.

Susanna Harz aus Waldsee bei Speyer, 2012 in ihrer Disziplin Europameisterin beim Triathlon in Roth, hat für dieses Jahr die Seite gewechselt. Jetzt kennt sie beide Perspektiven und beschreibt die Vorzüge von Heilbronn: "Hier kann man schön am Wasser stehen. Man kann alle drei Disziplinen ganz nah beobachten. Das ist kurzweilig für die Athleten wie für die Zuschauer." Und dann die vielen Leute an der Strecke. Einfach großartig.

Unter ihnen finden sich zahllose Streckenposten, 800 Helfer, in ihren grünen T-Shirts nicht zu übersehen. Mindestens 20 Vereine haben Abordnungen geschickt, sagt Christoph Troßbach vom Organisationsteam: Sie weisen den Weg zu Lande und im Wasser, sie helfen wieder ans sichere Ufer, sie reichen den Erschöpften Wasserbecher und pitschnasse Schwämme, sie schaffen am Ende ruckzuck wieder freie Bahn für die Stadtbahn. Ohne sie ginge gar nichts, genauso wenig ließe sich ohne Partner und Sponsoren beim Sparkassen-Citytriathlon powered by Audi bewegen. Unentbehrlich ist vorneweg natürlich das Organisationstrio Achim Kern, Erich Hoffmann und Christoph Troßbach. Die Drei bauen auf Teamwork und Begeisterung. Und das ist beides durchweg ansteckend.

OB Harry Mergel freut sich über den "großen Tag für die Sportstadt Heilbronn". Große Träume sieht der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Strobl wahr werden: "Wir reden ja immer von Heilbronn, der Stadt am Fluss. Das ist ein Mega-event für Heilbronn."

Keine Drohne

Der wird dieses Jahr im Zieleinlauf auf dem Marktplatz in einem Livestream auf die vom WM-Fandorf herbeigeschaffte Leinwand übertragen. Aus Bildern von fünf Kameras baut Jürgen Sessner mit seinem Team den Film zusammen. Eine Drohne kam doch nicht zum Einsatz. Auf dem Land ist die Mobilfunkabdeckung lückenhaft, in der Stadt schien die Aktion zu gefährlich. Troßbach: "Aus Sicherheitsgründen haben wir das sein lassen."

Überraschung über Straßensperrungen

Trotz aller Ankündigungen kamen der City-Triathlon und die damit verbundenen Straßensperrungen für viele Auto- und Motorradfahrer am Sonntag überraschend. Frank Glaab aus Kaiserslautern steht schon seit einer knappen halben Stunde zwischen Schwaigern-Stetten und Brackenheim und weiß nicht, warum. "City-Triathlon? Ich möchte nach Tripsdrill", sagt er nur und hofft, möglichst bald durchgelassen zu werden. Kein Schild, keine Umleitung weist die Autofahrer darauf hin, warum es hier nicht weitergeht.

In engem Takt biegen die Triathleten ein auf die Kreisstraße 2065 nach Haberschlacht. Um 11.06 Uhr passiert der Führende Andreas Dreitz als erster die Querungsstelle in der entgegengesetzten Richtung. Angefeuert wird er wieder, wenn er die Zwölf-Prozent-Steigung erklommen hat und auf Neipperg zusteuert. Hier unten hoffen die Wartenden eher, dass sich endlich eine Lücke auftut. "Es gibt schon einige, die kein Verständnis haben, für die sind wir so etwas wie der Prellbock", sagt Polizeihauptmeister Rudolf Knödl. "Aber die müssen sich anderswo beschweren."