Schotten-Spektakel in Höchstberg

Gundelsheim  Gundelsheim - Standesgemäß im rotkarierten Schottenrock traten am Wochenende 14 Mannschaften bei den Highlandgames des Paniker Clubs Höchstberg an. Sie mussten teils verrückte Disziplinen absolvieren.

Von Wolfgang Müller

Highlandgames
Schweißtreibende Disziplin: Tracktorziehen. Foto: Guido Sawatzki
Gundelsheim - "Ackersteinstoßen ist da, wo das rote Bändel ist", sagt Matthias Lang vom Paniker Club Höchstberg ins Mikrofon. Der Vorsitzende trägt nicht nur langes Haar und Kinnbart, sondern am Samstag auch den rot-karierten Schottenrock. Standesgemäß.

Denn der 120 Mann starke Verein aus dem Gundelsheimer Teilort richtet die ersten panischen Highlandgames auf der Krummen Ebene aus. 14 Mannschaften aus dem nördlichen Landkreis Heilbronn und dem südlichen Neckar-Odenwald-Kreis sind dem Ruf der Paniker gefolgt. Vier bis fünf Starter haben die Teams jeweils in ihren Reihen.

Weitwurf mit einem 15 Kilo schweren Stein

Die Regeln sind denkbar einfach. "Wir schmeißen den Stein von hinten nach vorne", sagt Lang. Das ist leichter gesagt als getan. Michael Sprenger vom High Hill Clan Mac Gigger aus Höchstberg schafft 5,73 Meter. Die Konkurrenz bleibt meistens deutlich hinter dieser Weite. "Die Technik ist eigentlich egal", sagt Sprenger und nimmt einen kräftigen Schluck aus dem Bierkrug. "Es ist etwa so wie beim Kugelstoßen." Nur dass der Stein eben rund 15 Kilogramm wiegt.

Highland-Zuschauer
Auch bei den Zuschauern waren die Highlandgames sehr beliebt. Foto: Guido Sawatzki
Knapp 200 Zuschauer feuern die Freizeitathleten an. Die ziehen blau-weiß bemalt wie Hollywoodstar Mel Gibson, der im Kinofilm Braveheart als schottischer Freiheitskämpfer gegen die englische Truppen ins Feld zieht, mit Kilt und Schottenmützen in die Arena beim Sportgelände des TSV Höchstberg ein.

Höchstberger Feuerwehr gewinnt

Auch beim Moschtschöpfen oder beim Baumstammweitwerfen sind die Regeln denkbar einfach. Der rund 3,50 Meter lange Baumstamm muss einfach so weit wie möglich weggeworfen werden. Kräftige Beine sind beim Schlepperziehen über den Rasen wichtig. Immerhin bringt das Gefährt rund 1,6 Tonnen auf die Waage.

Nach sechs Disziplinen hat am Ende die Freiwillige Feuerwehr aus Höchstberg die Nase vorn. Gefolgt vom High Hill Clan Mac Gigger aus dem nördlichen Landkreis und dem Technix TSV aus Höchstberg. Später geht es mit Livemusik der Gruppe Gonzo'n'friends vor gut 350 Fans weiter.

Es folgt am Sonntag der Motorrad- und Oldtimertreff, bevor am Abend mit den Lokalbands Ten beers later und Hecherbur die neue Zeitrechnung des Paniker Clubs richtig begonnen hat. Im vergangenen Jahr hatten sie nach 25 Jahren zum letzten Mal das zweitägige Schefflenz Open Air auf die Beine gestellt. "Das finanzielle Risiko wurde immer größer", sagt Lang.