R8-Prototyp brennt völlig aus

Murrhardt - Der Audi R8 lässt die Herzen von Sportwagenliebhabern schneller schlagen. Einen erhöhten Puls hatte wohl auch der Fahrer eines R8-Prototyps, der gestern vor einer Woche auf der Landstraße zwischen Fichtenberg und Murrhardt Feuer fing.

Von Alexander Schnell

Mit dem Schrecken ist der Testfahrer dieses Audi-Prototyps davongekommen: Der brennende R8 hingegen war nicht mehr zu retten.


Region - Feuer und Flamme sind viele Autofans für den Audi R8. Die flache Flunder lässt die Herzen von Sportwagenliebhabern schneller schlagen. Einen erhöhten Puls hatte wohl auch der Fahrer eines R8-Prototyps, der gestern vor einer Woche auf der Landstraße zwischen Fichtenberg und Murrhardt im Landkreis Schwäbisch Hall Feuer fing.

Der Wagenlenker, ein Mitarbeiter eines Zulieferers von Audi, der gerade neue Fahrwerkskomponenten testete, konnte das Auto noch rechtzeitig neben der Straße abstellen und sich in Sicherheit bringen. Die automatische Löschanlage des Prototypen löste aus, allerdings loderten die Flammen ein zweites Mal auf. Und obwohl die Feuerwehren aus Fichtenberg und Murrhardt zügig am Einsatzort waren, brannte der R8 völlig aus, der Schaden wurde von der Polizeidirektion Schwäbisch Hall auf 200.000 Euro geschätzt.

Kein Serienmodell

Bei dem ausgebrannten Fahrzeug handelt es sich nach Angaben von Audi in Ingolstadt um kein Serienmodell. In der Zentrale des Autobauers schlugen die Flammen auch kurzzeitig hoch, weil es zahlreiche Anfragen wegen des Unfalls gab. „Bei dem Aggregat handelte es sich um einen Prototypen-Motor, der zahlreiche Komponenten hat, die nicht dem Serienstand entsprechen“, sagt Audi-Sprecher Eric Felber. „Aufgrund des hohen Zerstörungsgrades des Autos können wir noch keine Aussagen über die genaue Brandursache treffen.“

Fakt ist, dass bei entsprechenden Audi-Prototypen – wie bei anderen Herstellern auch – die meisten Komponenten Einzelanfertigungen sind, die noch nicht bis ins letzte Detail erprobt sind. Bereits vor der Markteinführung des R8 im Frühjahr 2007 war ein Erprobungsfahrzeug bei Testfahrten auf dem Nürburgring in Flammen aufgegangen.

Fehleranalyse

„Das Fahrzeug ist nach Neckarsulm gebracht worden und wird von unseren Spezialisten in Augenschein genommen“, so Audi-Sprecher Felber. „In den nächsten zwei Wochen wird der Motor komplett zerlegt und untersucht.“ Unterdessen laufen die letzten Vorbereitungen für die Markteinführung des neuen R8 Spyder. Bei der Audi-Tochter Quattro GmbH in Neckarsulm, die für Entwicklung und Produktion des R8 verantwortlich ist, liegen bereits Dutzende Vorbestellungen vor. Und das, obwohl der offene Zweisitzer erst im Frühjahr für Probefahrten bereit steht. Bei der betuchten Kundschaft hält die flammende Begeisterung für Audis sportlichstes Modell jedenfalls an.