Polizei-Umbau nimmt Form an

Region - Die Organisationsstruktur des neuen Polizeipräsidiums Heilbronn nimmt Konturen an. Durch die Polizeireform werden die Direktionen in Künzelsau, Mosbach und Tauberbischofsheim mit der Heilbronner zusammengelegt. Die zentrale Leitung wird in Heilbronn angesiedelt.

Hartmut Grasmück. Foto: Archiv/Berger
Region - Die Organisationsstruktur des neuen Polizeipräsidiums Heilbronn nimmt Konturen an. Durch die Polizeireform werden die Direktionen in Tauberbischofsheim, Mosbach, Künzelsau mit der Heilbronner zusammengelegt. Die zentrale Leitung  wird in Heilbronn angesiedelt. Damit werden 100 neue Arbeitsplätze bei der Polizei in Heilbronn geschaffen. Das gab jetzt Projektleiter Hartmut Grasmück bekannt. 

Allein die Kripo erhält in der Käthchenstadt 50 zusätzliche Stellen. Sie  werden von den bisherigen Direktionen abgezogen. Ziel der Reform von Innenminister  Reinhold Gall ist es, 650  Beamte mehr auf die Straße zu bekommen. Jedes Revier soll jeweils eine zusätzliche Streife bekommen.

Große Entfernungen

Die Tatsache, dass das künftige Polizeipräsidium für die größte Fläche in ganz Baden-Württemberg zuständig sein wird, stellte das Projektteam vor große Herausforderungen. Bei allen Überlegungen galt es, die großen Entfernungen zu berücksichtigen. Das Motto des Projektleiters Hartmut Grasmück „so zentral wie nötig und so dezentral wie möglich“ spiegelt sich daher auch weitgehend in den bisher getroffenen Entscheidungen wieder.

Auch wenn die Leitung der Verkehrspolizeidirektion in Weinsberg angesiedelt wurde, bleibt nicht zuletzt wegen der großen Fläche in Tauberbischofsheim ein Verkehrskommissariat mit fünf Dienstgruppen und einer Verkehrsüberwachungsgruppe erhalten. Zudem soll an den beiden Standorten Weinsberg und Tauberbischofsheim ein Verkehrsunfallaufnahmedienst aufgebaut werden, der für die Aufnahme und Bearbeitung besonders schwerer Verkehrsunfälle im gesamten Präsidiumsgebiet zuständig sein wird.

Gleichmäßige Grundversorgung
 
Auch in Mosbach und Künzelsau sorgen teilweise sogar personell verstärkte Verkehrsüberwachungsgruppen für eine gleichmäßige Grundversorgung im gesamten Präsidiumsbereich. Allerdings werden diese organisatorisch direkt der Verkehrspolizeidirektion in Weinsberg angegliedert. Ähnliches gilt für die Diensthundeführer. Die Leitung der gemeinsamen Diensthundestaffel wird künftig in Offenau sitzen. Weitere Standorte sind in Buchen und Tauberbischofsheim geplant.

Das Referat Prävention, künftig zuständig für die Verkehrs- und Kriminalprävention im gesamten Präsidiumsbereich, wird etwa hälftig zentral in Heilbronn untergebracht. Die weiteren Mitarbeiter werden weiterhin an den Standorten der bisherigen Polizeidirektionen tätig sein, um dort orts- und bürgernahe Präventionsarbeit zu betreiben und die bisherigen Netzwerke zu erhalten.

Kripo weiterhin vor Ort

Einer der größten „Umbauten“ steht der Kriminalpolizei bevor. Die Kriminalaußenstelle in Buchen wird zwar geschlossen, Kriminalkommissariate in Mosbach, Tauberbischofsheim und Künzelsau werden aber die Präsenz der Kripo in den drei Landkreisen weiterhin gewährleisten. Über die genaue Personalstärke ist noch nicht entschieden. Die Größenordnung wird bei jeweils 15 bis 20 Beschäftigten liegen.

Daneben gilt es, die zentral bei der Kriminalpolizeidirektion in Heilbronn angesiedelten Kriminalinspektionen von Anfang an personell so auszustatten, dass sie ihre Aufgaben effektiv und sachgerecht wahrnehmen können.

Ein weiteres wichtiges Reformziel ist der Aufbau des neu einzurichtenden Kriminaldauerdienstes, der im gesamten Präsidiumsbereich rund um die Uhr für die ersten Ermittlungen der Kriminalpolizei zuständig sein wird.
 
Zentral am Sitz des Präsidiums in Heilbronn werden - neben der Präsidiumsleitung - der Führungs- und Einsatzstab mit Führungs- und Lagezentrum, die Stabsstellen Öffentlichkeitsarbeit und Controlling/Qualitätsmanagement sowie die Referate Recht/ Datenschutz, Personal und Finanzen angesiedelt.                

Zusätzliche Streifenbesatzung                                       

Die Leitung der personalstärksten Direktion Polizeireviere wird aus polizeitaktischen Gründen ebenfalls ihren Dienstsitz im Präsidium haben. Die zu dieser Direktion gehörenden 13 Polizeireviere und die 31 Polizeiposten bleiben im Rahmen dieser Strukturreform unverändert bestehen. Zur Steigerung der polizeilichen Präsenz sollen alle Reviere jeweils eine zusätzliche Streifenbesatzung erhalten.

Auch die auf Umwelt- und Gewerbedelikte spezialisierte Organisationseinheit wird unmittelbar der Direktion Polizeireviere zugeordnet. red