Tod auf dem Waldparkplatz: Polizei steht vor einem Rätsel (27.01.09)

Eltern des 18-Jährigen sprechen von einem Verbrechen - Sohn wollte noch spät auf eine Feuerwehr-Party

Von Andreas Tschürtz und Siegfried Lambert

Am Montagmorgen haben die Eltern des toten 18-Jährigen Rosen und Grablichter an der Stelle abgelegt, wo ihr Sohn starb. Fotos: Andreas Tschürtz



Neuenstadt - Die Polizei rätselt weiterhin über die Umstände, die am Wochenende zum Tod eines 18-Jährigen bei Eberstadt geführt haben. Er war am frühen Sonntagmorgen gegen zwei Uhr auf dem Waldparkplatz „Abgebrannte Eiche“ zwischen Eberstadt und Cleversulzbach neben einem in Flammen stehenden Toyota Lexus 300 GS gefunden worden. Die Feuerwehr Eberstadt löschte das Fahrzeug. „Es war bereits komplett ausgebrannt“, sagte Feuerwehrkommandant Dietmar Lörcher (44) der Heilbronner Stimme.

Die von der Heilbronner Kriminalpolizei eingesetzte elfköpfige Ermittlungsgruppe „Eiche“, nahm gestern ihre Arbeit auf. Die Obduktion brachte nach Auskunft eines Polizeisprechers keine neuen Erkenntnisse über die Todesursache. „Es ist ein technischer Defekt am Fahrzeug denkbar, genauso aber auch ein Suizid oder ein Kapitalverbrechen. Wir können im Augenblick nichts ausschließen.“

Rote Rosen

Die Eltern des jungen Mannes glauben dagegen weder an einen dummen Zufall, noch ist für sie vorstellbar, dass ihr Junge freiwillig sterben wollte. Am Montagmorgen sind sie von Weinsberg in den Wald zum Parkplatz gefahren. Sie haben rote Rosen und Grablichter dabei und legen sie auf den vom Feuer schwarz verfärbten Schotter.

„Das ist Mord gewesen“, sagt der 42-jährige Vater und versucht zu verstehen, was passiert sein könnte. Sonnenlicht scheint durch die kahlen Buchen. Manche sind bis in die Krone hinauf angeschmort, so hoch schlugen die Flammen.

„Was hatte er hier nur zu suchen?“, fragt die 38-jährige Mutter. Ihr Sohn sei ein ruhiger Mensch gewesen. Keine Zigaretten, keine Drogen, Auszubildender zum Kfz-Mechatroniker im 2. Lehrjahr. „Er war keiner, der Ärger machte.“

Am Samstagnachmittag haben sie ihn zum letzten Mal gesehen. Abends war er mit einem Freund in Heilbronn unterwegs. Um kurz nach ein Uhr nachts setzte ihr Sohn den Freund in Weinsberg ab. Von ihm wissen sie: „Unser Sohn wollte noch auf die Feuerwehr-Party in Eberstadt.“ Ob er wirklich dort war, ist noch offen.

Zeugen-Suche Zur Aufklärung der Todesumstände bittet die Polizei um Mithilfe der Bevölkerung.

  • Wer hat den weißen Toyota mit rotem Nummernschild am Sonntagmorgen zwischen ein und zwei Uhr gesehen?

  • Wer sah von Samstagabend bis Sonntag zwei Uhr Personen oder Fahrzeuge auf dem Waldparkplatz oder in dem Waldstück zwischen Cleversulzbach und Eberstadt?

Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Heilbronn unter Telefonnummer 07131/104 44 44 entgegen.