60 Polizisten durchkämmen Wald (27.01.09)

Neuenstadt am Kocher - Neuenstadt am Kocher - Nach dem rätselhaften Tod eines jungen Mannes durchkämmte die Polizei am Dienstag mit 60 Beamten die Umgebung rund um einen Waldparkplatz zwischen Eberstadt und Cleversulzbach. Dort war der 18-Jährige aus Weinsberg am vergangenen Sonntag neben einem in Flammen stehenden Toyota Lexus 300 GS gefunden worden. Die Leiche wies starke Brandverletzungen auf.

Von Nicole Amolsch



Neuenstadt am Kocher - Nach dem rätselhaften Tod eines jungen Mannes durchkämmte die Polizei am Dienstag mit 60 Beamten die Umgebung rund um einen Waldparkplatz zwischen Eberstadt und Cleversulzbach. Dort war der 18-Jährige aus Weinsberg am vergangenen Sonntag neben einem in Flammen stehenden Toyota Lexus 300 GS gefunden worden. Die Leiche wies starke Brandverletzungen auf.

„Trotz Obduktion ist nicht klar, ob es sich um ein Kapitalverbrechen oder einen Suizid handelt“, erklärt Rainer Köller, Polizeisprecher Heilbronn. Die Ermittlungen liefen weiter in alle Richtungen, umso wichtiger sei eine solche Aktion: „Wenn sich herausstellt, dass es ein Tötungsdelikt war, müssen wir sicher sein, dass wir alles getan haben, was für die Aufklärung notwendig ist.“

Kriminaltechnik

Wie an einer Perlenschnur aufgereiht nehmen sich die Beamten der Böblinger Bereitschaftspolizei den Wald vor. Sie suchen in einem Radius von 500 Metern um den Parkplatz nach Gegenständen, die „tatrelevant“ sein könnten. „Die Kollegen sind geschult und wissen, worauf es ankommt.“ Zu Tage befördern sie Coladosen, Papierschnipsel, Zigarettenkippen, Taschentücher.

Köller: „Sofern es einen oder mehrere Täter gibt, sind sie vielleicht zu Fuß in den Wald geflüchtet, haben etwas weggeworfen oder verloren.“ Nach erster Sichtung handle es sich bei den gesammelten Dingen aber überwiegend um Müll, der keinen Bezug zum Tod des 18-Jährigen aufweise. Die Kriminaltechnik muss die Gegenstände nun genau unter die Lupe nehmen. „Ich rechne frühestens in ein paar Tagen mit ersten Ergebnissen.“ Die Ermittler untersuchen auch weiter den Wagen, „nach einem Brandbeschleuniger und ähnlichem“. Köller weiß aber: „Immer wenn Feuer im Spiel ist, ist die Spurensicherung schwierig.“

Neben der Todesursache ist ebenfalls noch unklar, was am 25. Januar zwischen ein und zwei Uhr nachts passierte: Kurz nach ein Uhr, das wissen die Ermittler, setzte der 18-Jährige einen Freund in Weinsberg ab. Gegen zwei Uhr entdeckten Verkehrsteilnehmer das brennende Auto. „Die Befragungen von Familie, Freunden und Kollegen sind noch nicht abgeschlossen“, ließ Rainer Köller wissen.

Geklärt hat sich die Frage, weshalb der Auszubildende ein solch teures Auto mit rotem Kennzeichen fuhr: „Das Auto gehörte der Familie“, erklärt Polizeisprecher Roberto Monaci. Spekulationen, ob es einen Zusammenhang mit dem Phantom, der mutmaßlichen Täterin im Heilbronner Polizistenmord gibt, weist Köller zurück: „Es deutet momentan überhaupt nichts auf eine Tatbeteiligung hin.“ Dennoch tauschen sich Soko „Parkplatz“ und Soko „Eiche“ aus. Köller: „Auch wenn es keine Hinweise gibt, kann und darf man natürlich nichts ausschließen.“


Zeugen-Suche

Zur Aufklärung der Todesumstände bittet die Polizei um Mithilfe der Bevölkerung:
  • Wer hat den weißen Toyota mit rotem Nummernschild am Sonntagmorgen zwischen ein und zwei Uhr gesehen?

  • Wer sah von Samstagabend bis Sonntag zwei Uhr Personen oder Fahrzeuge auf dem Waldparkplatz oder in dem Waldstück zwischen Cleversulzbach und Eberstadt?


Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Heilbronn unter Telefonnummer 07131/104 44 44 entgegen.

 



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