Nabu-Aktion: Viel weniger Vögel gezählt

Region  Die Nabu-Zählaktion "Stunde der Wintervögel" hat die Beobachtungen vieler Bürger bestätigt: Die Zahl der Vögel ist deutlich gesunken.

Von Reto Bosch

Futterhäuschen
In den winterlichen Gärten sind derzeit auffallend wenige Singvögel zu sehen. Foto: Roland Weihrauch/Archiv

In Stadt- und Landkreis Heilbronn sind nach Nabu-Angaben erheblich weniger Haussperlinge, Kohlmeisen und Blaumeisen gezählt worden. Das Minus betrage jeweils rund 40 Prozent.

Auch die Zahl der Rabenvögel, die von manchen Vogelfreunden für die Bestandseinbrüche von Singvögeln verantwortlich gemacht werden, sei ebenfalls zurückgegangen.

"Es gab 60 Prozent weniger Rabenkrähen und 1 Prozent weniger Elstern", sagt Volker Koehler vom Nabu Heilbronn und Umgebung. Das sei ein Hinweis darauf, dass diese nicht Schuld am Rückgang der Singvögel sind.

Eine geringe Zunahme gab es bei den gemeldeten Amseln. In absoluten Zahlen führen die Hitliste im Unterland an: Haussperling, Kohlmeise, Blaumeise, Amsel, Feldsperling.

Auch in Hohenlohe weniger Vögel 

Im Hohenlohekreis wurde viel weniger Haussperlinge (minus 33 Prozent) und Kohlmeisen (minus 32 Prozent) gezählt. Bei der Blaumeise beträgt das Minus 42 Prozent, bei der Wacholderdrossel 48 Prozent. Außerdem wurden 80 Prozent weniger Rabenkrähen beobachtet. Zugelegt hat die Amsel (plus 22 Prozent)

In Norddeutschland fiel der Rückgang laut Volker Koehler weit geringer aus. Möglicherweise sind die Wintergäste nicht so weit nach Süden vorgedrungen wie sonst.

Der Nabu hatte im Januar Vogelfreunde aufgerufen, für eine bestimmte Zeit Vögel zu zählen und zu erfassen. 

 

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