Lesersommer: Echte Triathleten starten auch bei Regen

Region  Segway, Bogenschießen, Burgführung und am Ende ein leckeres Menü: Die Lesersommer-Aktion im Götz-von-Berlichingen-Land macht auch bei fiesem Wetter Spaß.

Von Vanessa Müller

Lesersommer: Echte Triathleten starten auch bei Regen

Mit dem Segway von Götz-Motion geht es durch das Kocher- und Jagsttal.

Schlamm schmatzt unter den Reifen der Segways. Auf die orangefarbenen Helme klatschen Tropfen. Ausgerechnet heute regnet es im Jagsttal wie aus Kübeln. Aber die Gewinner der Lesersommer-Aktion der Heilbronner Stimme lassen sich die Stimmung nicht vermiesen. "Knister, knister." Die Zehn ziehen sich ihre Regenjacken über den Kopf. Schließlich ist der Tag vollgepackt mit spannenden Aktionen. Sie sind die allerersten, die den Götz-von-Berlichingen-Triathlon ausprobieren dürfen.

Plan B

Der umfasst nicht nur die Runde mit dem Elektromobil, sondern auch intuitives Bogenschießen und eine Tour durch das Museum der Götzenburg in Jagsthausen. Am Ende wartet zur Belohnung ein leckeres Drei-Gänge-Menü im Roten Schloss. Eigentlich hätte statt Ritterwissen eine Kanutour auf dem Programm gestanden - aber da streichen die Triathleten die Segel. "Ein Paddel in der linken Hand und einen Becher, um das Regenwasser aus dem Boot zu schöpfen, in der rechten", schüttelt eine Teilnehmerin grinsend den Kopf.

Die Veranstalter machen stattdessen kurzerhand mit der Jagsthausener Verwaltung die Gästeführung aus. "Den Stempel für den absolvierten Triathlon gibt"s trotzdem", scherzen sie. Ins Leben gerufen hat diesen ein Zusammenschluss mehrerer Unternehmer aus der Region. Gemeinsam wollen sie den Tourismus unter dem Namen "Götz von Berlichingen Land" auch über die Grenzen des Jagsttals hinaus voranbringen - durch Vernetzung, gemeinsame Angebote und eine Homepage.

 

 

Start ist heute auf dem Gelände der Firma Kanu und Bike in Hardthausen-Gochsen. Hier gibt"s einen Einführungskurs in Sachen Segwayfahren. 20 Stundenkilometer schnell werden die Elektromobile. Eigentlich nicht besonders viel. Aber Lenken, Gasgeben und Bremsen sind Gewöhnungssache.

Die Teilnehmer lehnen sich nach vorne, um schneller zu werden, und nach hinten, um zu bremsen. Während die ersten schon nach ein paar Minuten über das Gelände sausen, erklärt Andreas Burggraf von Götz-Motion den anderen geduldig, wie"s läuft. "Alles entspannt angehen. Das ist das Wichtigste."

Dann geht"s auf den Radweg Richtung Jagsthausen - an saftigen Wiesen und dem glucksenden Fluss vorbei. "Nicht nebeneinander fahren", rät Burggraf. "Sonst ist es wie in der Formel 1: Einer landet in den Büschen."

Plastik-Bären erlegen

Auf dem Stolzenhof übernimmt Jochem Vogt von Ox-Bow. Die Teilnehmer wärmen sich mit einem Becher Kaffee auf. Jetzt brauchen sie Feingefühl. "Beim olympischen Bogenschießen wird bewusst gezielt, ein Auge ist dabei geschlossen", erklärt er. "Wir arbeiten dagegen intuitiv. Also in der ursprünglichsten Form - mit zwei offenen Augen und ohne technische Hilfsmittel." In der Halle dürfen sich die Leser ihre "Platzreife" erarbeiten.

"Swusch", sausen die Pfeile aus zehn Bögen in Richtung der Zielscheiben. "Wir brauchen einen Bewegungsablauf, der immer gleich ist. So wie wir automatisch einen Schlüssel ins Schloss stecken", sagt Vogt. Am Ende gibt"s ein Kärtchen fürs erfolgreich absolvierte Training. Wer wiederkommt, darf draußen im 3D-Parcours Bären und Frischlinge aus Plastik erlegen.

Statt mit dem Segway nach Möglingen zur Kanu-Einstiegsstelle zu fahren, geht es anschließend zur Führung in die Götzenburg. Und von dort aus ins Rote Schloss, wo die Athleten mit Antipasti, rosigem Schweinefilet, Beeren und Schokoeis verwöhnt werden. "Nur die Harten kommen in den Garten", kommentiert Teilnehmerin Cornelia Schweiker den Tag lachend. "Bei schönem Wetter kann ja jeder."

 

Um touristische Angebote im Jagsttal und darüber hinaus besser zu vermarkten, haben sich der Segwaytouren-Anbieter Götz-Motion aus Möckmühl sowie die Firma 100% Kanu und Bike aus Hardthausen-Gochsen mit dem Jagsthausener Zentrum für Intuitives Bogenschießen Ox-Bow und dem Restaurant Rotes Schloss zur Kooperation "Götz von Berlichingen Land" zusammengeschlossen. Mittlerweile sind weitere Unternehmen mit im Boot.