Lehre als Karrieresprungbrett

Heilbronn - Sie sind die Besten der Besten: Am Dienstag wurden im Heilbronner Eventcenter Redblue die Top-Absolventen einer Berufsausbildung im ganzen Land geehrt..

Von unserem Redakteur Manfred Stockburger

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Heilbronn - Auf sie kann Baden-Württemberg wahrlich stolz sein: 118 junge Frauen und Männer sind gestern im Heilbronner Event-Center Redblue als beste Absolventen einer beruflichen Ausbildung in ihrem Beruf im Land ausgezeichnet worden. Unter mehr als 47 000 Absolventen haben sie sich den Landestitel erarbeitet. Eine Urkunde und ein Pokal dienen als dauerhafte Erinnerung an diese Leistung.

Amerika

Eine der Besten ist Laura Götz aus Heilbronn. Nach dem Abitur hat sie bei der Firma Marbach Verpackungsmittelmechanikerin gelernt. "Ich konstruiere Faltschachteln und die Werkzeuge dafür", erklärt sie, was ihr Beruf ist. Für die Ehrungsfeier ist sie extra aus Amerika eingeflogen: In Charlotte im Bundesstaat North Carolina hilft sie zurzeit nämlich mit, einen neuen Produktionsstandort für das Heilbronner Familienunternehmen aufzubauen. "Ich bin dafür zuständig, den Mitarbeitern dort unser Wissen beizubringen", erklärt die selbstbewusste 23-Jährige. Danach will sie aber zurück nach Deutschland kommen und studieren, skizziert sie ihren Karrierepfad.

Ähnlich ist es bei Patrick Schön − nur, dass der beste Konstruktionsmechaniker im Land vor seiner Lehre nicht aufs Gymnasium gegangen ist. Der Öhringer arbeitet beim Fassadenspezialisten FKN in Neuenstein. Aber auch er will studieren. "Die Firma fördert, dass man weitermacht", sagt er.

IHK-Präsident Thomas Philippiak überreicht Patrick Schön, der bei FKN in Neuenstein Konstruktionsmechaniker gelernt hat, den Landessiegerpokal.Foto: Dennis Mugler
Marcel Leiser aus Heilbronn ist der beste neue Beikoch im Land − er will zunächst in seinem Lehrbetrieb Dächle in Lauffen bleiben. Ebenso Bergmann Roy Allert aus Heilbronn, der weiter bei den Salzwerken arbeiten möchte: "Bergmann ist mein Traumberuf." Auch er will sich fortbilden und Steiger werden.

"Diese Ehrung ist wie das Champions-League-Finale, nur dass das Ergebnis schon feststeht", zieht Innenminister Reinhold Gall (SPD) als Gastredner einen sportlichen Vergleich. "In der sogenannten guten alten Zeit", so Gall, hat er eine Ausbildung zum Fernmeldehandwerker absolviert. "Das war eine außerordentlich fruchtbare Zeit, in der ich gelernt habe, dass es auch auf das Miteinander ankommt."

Für Peter Kulitz, als Chef der IHK-Präsidenten im Land Veranstalter des Ehrungsmarathons, sind die Geehrten der Beweis dafür, dass "Karriere mit Lehre" möglich ist. Die duale Ausbildung sei der entscheidende Standortvorteil gegenüber anderen Ländern im Blick auf den Übergang von der Schule in den Beruf, sagt er. Ihr sei es maßgeblich zu verdanken, dass die Jugendarbeitslosigkeit hier so viel niedriger sei als in Ländern wie Spanien.

Politik

Angesichts der hohen Anzahl an Frauen unter den Besten − auch in typischen Männerberufen − wiederholt Peter Kulitz seine ablehnende Haltung von Quotenregelungen zur Frauenförderung: "Der Erfolg kennt keine Geschlechtergrenze und keine Frauenquote."

Für die Heilbronner IHK-Hauptgeschäftsführerin Elke Schweig wird mit dem guten Abschneiden der jungen Leute "die hohe Qualität der dualen Berufsbildung in der Region eindrucksvoll dokumentiert". Mehr als 5000 junge Menschen haben dieses Jahr im Bereich der IHK Heilbronn-Franken eine Berufsausbildung begonnen.

 


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