Kreistag billigt Krankenhauspläne

Heilbronn/Bad Friedrichshall - Der Heilbronner Kreistag hat heute die Neubaupläne für die Krankenhäuser Gesundbrunnen und Plattenwald gebilligt. Wenn der Heilbronner Gemeinderat ebenfalls zustimmt, kann die SLK GmbH als Klinikbetreiber in Förderverhandlungen mit dem Land treten. Der Ersatzbau in Bad Friedrichshall soll 122 Millionen Euro kosten.

November Ein Neubau, der die Vorstellungen von einer Sanierung des Gesundbrunnens sprengt: Vier Finger (grün) sollen bis 2015 gebaut werden, der fünfte (hellgrün) und weitere verstreute Projekte bis 2025. Dann werden die rot eingefärbten Gebäude überflüssig. 


Siegelsbach - Neubau statt Sanierung. Ein klares Ja für zwei neue Kliniken Am Gesundbrunnen in Heilbronn und Am Plattenwald in Bad Friedrichshall gab der Heilbronner Kreistag gestern in seiner Sitzung Siegelsbach. Nur eine Gegenstimme bei zwei Enthaltungen, alle drei wegen finanzieller Bedenken, regte sich gegen das Mammutprojekt. Bis zum Jahr 2015 sind rund 289 Millionen Euro veranschlagt, 122 Millionen Euro für den Plattenwald, 167 Millionen Euro für den Gesundbrunnen. In einer zweiten Stufe bis 2025 sind in Heilbronn nochmals 75 Millionen Euro an Investitionen vorgesehen.

"Wir stehen vor einer schwierigen Entscheidung, aber sie ist ohne Alternative, erklärte Landrat Detlef Piepenburg. Dann erläuterten Nicolas Kelly, Assistent der Geschäftsführung der Stadt-Landkreis-Kliniken-Heilbronn-GmbH (SLK), und die zwei Planer die Projekte und warum der Neubau sinnvoller ist als eine Sanierung: Im Plattenwald sogar günstigere Kosten, in Heilbronn tragbare Mehrkosten. Dafür eine deutlich schnellere Verwirklichung, kein Umbau während des laufenden Betriebs und am Ende "optimale Betriebsbedingungen", die bei einer Sanierung nicht zu haben wären.

Argumente

Drei wesentliche Argumente, das schon weitgehend mit dem Sozialministerium abgestimmte Projekt anzugehen, nannte Kelly. Erstens habe man seit 2006 jährlich 5000 Patienten mehr, stoße daher zunehmend an Kapazitätsgrenzen. Zweitens seien beide Häuser sanierungsbedürftig. Drittens stehe man im Wettbewerb um qualifiziertes Personal, der sich noch verschärfen werde. Und Kelly nannte ein viertes Argument für schnelles Tempo: "Wir müssen jetzt bauen, das Zeitfenster für die Förderung ist nicht sehr groß."

Von einer "überraschenden Wende nach neuen Jahren Vorbereitung" sprach Claus Brechter für die CDU-Fraktion. "Weil unsere SLK- Kliniken leistungsfähig sind, weil wir noch Potenziale ausschöpfen können und keine Alternative haben, können und müssen wir dieses Projekt von eminent wichtiger Bedeutung anpacken", so Brechter.

"Unser Ziel ist eine optimale dezentrale Gesundheitsversorgung", sagte FWV/FDP-Fraktionschef Harry Brunnet. Die Neubauten seien dafür nötig, seine Fraktion stimme "unumwunden zu", hoffe nun auf "optimale Förderung vom Land".

"Einen großen Entwurf, der mutig und richtig ist", nannte Dr. Peter Trunzer von der SPD das Projekt. Die Verbesserung der Arbeits- und Versorgungssituation sei ein "nachhaltiger Gegenwert" für die hohe Investition. Beim Anteil, den die Kliniken daran erwirtschaften müssen, sei wichtig, dass dies nicht auf Kosten der Personalausstattung gehe: ",Das wichtigste ist der Mensch".

Kritische Töne

"Auch wir Grünen begrüßen die Investition", sagte deren Sprecher Peter Wieser. Positiv äußerte sich auch Klaus Ries-Müller von der ÖDP. Er wie Trunzer und Wieser fanden allerdings kritische Worte zum hohen und frühen Sanierungsbedarf des Klinikums am Gesundbrunnen. Trunzer sprach von "Fehlplanung", Wieser von "Skandal", Ries-Müller davon, "dass man vor dem Zusammenschluss zur gemeinsamen GmbH hätte genauer hinsehen sollen."


Hintergrund: Neubauprojekt

Die Stadt-Landkreis-Kliniken-GmbH (SLK) Heilbronn plant zwei neue Krankenhäuser. Bis zum Jahr 2025 sollen dafür etwa 360 Millionen Euro aufgewendet werden. Für das sanierungsbedürftige Krankenhäuser Am Plattenwald in Bad Friedrichshall soll ein Neubau erstellt werden, ebenso für große Teile des Klinikums Am Gesundbrunnen in Heilbronn. Im ersten Abschnitt geht man von 285 Millionen Euro aus, zu denen man bis zu 200 Millionen Euro Zuschuss vom Land erwarten kann.


November Die alte Plattenwald-Klinik (rot) wird durch einen Neubau ersetzt. Sobald dieser bezogen ist, kann das bestehende Gebäude abgerissen werden – wenn sich keine Nachfolgenutzung findet. Montagen: HSt
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