Kosten für Bahnhofsumbauten steigen drastisch

Region  Region - Der Ärger um den Stundentakt bei der Frankenbahn reißt nicht ab. Wie die Deutsche Bahn jetzt mitteilte, steigen die Kosten für den Umbau der Bahnhöfe in Möckmühl und Züttlingen auf zwei Millionen Euro.

Von Wolfgang Müller

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Kosten für Bahnhofsumbauten in Möckmühl steigen drastisch

Für den Stundentakt der Regionalbahn soll in Möckmühl künftig unter anderem eine Unterführung die Fahrgäste zu den Gleisen zwei und drei führen.

Foto: Archiv/Muth

Region - Der Ärger um die Frankenbahn reißt nicht ab. Wie die Deutsche Bahn jetzt dem Landratsamt Heilbronn mitgeteilt hat, steigen die Kosten für den Umbau der Bahnhöfe Möckmühl und Züttlingen von geplanten 1,2 Millionen auf zwei Millionen Euro an. Das gab Landrat Detlef Piepenburg im Verwaltungsausschuss des Kreistages bekannt.

Außerdem verzögerten sich die Arbeiten um bis zu zwei Jahre. Die Kreisräte sind verärgert. Immerhin bezahlt der Landkreis die Hälfte der Kosten. Die andere Hälfte trägt die Stadt Möckmühl.

Dass neben dem Bahnhof in Osterburken auch die beiden Haltestellen in Möckmühl und Züttlingen ausgebaut werden müssen, darüber herrschte im Ratsrund kein Zweifel. Laut Gutachten ist der Umbau notwendig, um einen Stundentakt der Regionalbahn auf der Strecke realisieren zu können. Das ist seit Jahren das Ziel des Landkreises, der Bürgermeister der Anliegerkommunen sowie der Bürgerinitiative 780 Frankenbahn.

Wie es zu der Steigerung um rund 40 Prozent kommt, dafür hatte im Ratsrund niemand eine plausible Erklärung. Auch der Landrat musste passen. Die Bahn begründet den Anstieg mit "neuen Erkenntnissen der fortschreitenden Planung und des Baugrundgutachtens", so Piepenburg. Nachprüfen könne man das aber nicht. Auch der Verkehrsplaner im Landratsamt, Claus-Jürgen Renelt, brachte nur wenig Licht ins Dunkel. Die Bahn habe für ihre erste Kostenprognose Zahlen älterer Gutachten zugrunde gelegt und sei so auf 1,2 Millionen Euro Baukosten gekommen.

Dem Hardthausener Bürgermeister Harry Brunnet treibt die Kostensteigerung um 800 000 Euro die Zornesröte ins Gesicht. "Die Bahn scheint nicht allzu sorgfältig zu planen, wenn es nicht um ihr eigenes Geld geht", sagt der FDP-Kreisrat. Und Neudenaus Bürgermeister Manfred Hebeiß fürchtet gar, dass das Ende der Fahnenstange womöglich noch gar nicht erreicht sein könnte. "Wie sattelfest sind die jetzt festgestellten Kosten?", fragte der CDU-Kreisrat. Und: "Wie sicher ist der Stundentakt?" Denn ohne ihn "hat man das Geld für die Katz" ausgegeben", stellte Hebeiß fest.

Pfaffenhofens Bürgermeister Dieter Böhringer (CDU) will jetzt klare Worte vom Landesverkehrsministerium hören. Davon ist Minister Winfried Hermann allerdings weit entfernt. Er kann nach Auslaufen des Verkehrsvertrages mit der Bahn im Jahr 2016 noch nicht einmal einen Anschlussvertrag präsentieren, sondern muss auf Übergangslösungen setzen. Der Verwaltungsausschuss schluckte die Kröte trotzdem. "So schwer es fällt, man muss der Sache zustimmen", sagte Armin Waldbüßer (Grüne).

Dass auch Möckmühl mitziehen wird, davon ist Landrat Piepenburg überzeugt. Dabei sieht der jüngste Ratsbeschluss vor, keine weitere Verträge für den Umbau zu unterzeichnen, solange das Land sich nicht zum Stundentakt bekennt. Bürgermeister Ulrich Stammer ist derzeit nicht zu sprechen. Züttlingens Ortsvorsteher Manfred Föll ist aber optimistisch, dass der Gemeinderat den nächsten Leistungsphasen zustimmen wird. "Wir werden uns doch die Zukunft nicht verbauen", sagte Föll und fügt hinzu: "Hoffe ich."


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