Jürgen Olma neuer Bürgermeister in Widdern

Widdern/Obersulm/Roigheim - Bürgermeistersturz in Widdern, ein überglücklicher Wahlsieger gleich im ersten Anlauf in Obersulm und klare Angelegenheit für Amtsinhaber Michel Grimm in Roigheim.

Von Christian Gleichauf, Sabine Friedrich und Claudia Kostner

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Widdern: Der überraschte Wahlsieger Jürgen Olma hat nicht damit gerechnet, im ersten Anlauf gewinnen zu können.Foto: Heidelind Andritsch
Widdern/Obersulm/Roigheim - Bürgermeistersturz in Widdern, ein überglücklicher Wahlsieger gleich im ersten Anlauf in Obersulm und klare Angelegenheit für Amtsinhaber Michel Grimm in Roigheim. Der Wahlsonntag in den drei Landkreiskommunen hatte einiges zu bieten. Künftig wird in Widdern Jürgen Olma das Sagen haben. Er konnte bei einer Wahlbeteiligung von 70,5 Prozent 56,3 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. In Obersulm siegte der Langenbrettacher Bürgermeister Tilman Schmidt mit 50,6 Prozent der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 60,1 Prozent.


Widdern

Als Michael Reinert das Rathaus verlässt, gibt es Applaus. Es hört sich an wie eine Mischung aus letzter Respektsbezeugung und Mitleid. Denn die meisten, die klatschen, dürften ihn nicht mehr gewählt haben. Nur gut 30 Prozent gab es für ihn bei dieser dritten Wahl, zu der er in Widdern angetreten ist.

Doch dann fehlt etwas. Jemand fehlt. Jürgen Olma, der überraschende Sieger und künftige Bürgermeister der kleinen Jagsttalstadt, steckt im Stau am Weinsberger Kreuz, heißt es. Der Weg von der Familienfeier in Rheinland-Pfalz war zu weit. Dabei ist es ein furioser Sieg im ersten Wahlgang, den der Talheimer Bankbetriebswirt jetzt zu feiern hat. Viele hätten das nicht erwartet. Er selbst am allerwenigsten, wie sich kurz vor 19 Uhr herausstellt. "Ist es wahr, dass ich gewonnen habe?", fragt Olma nach.

Dann die Rede. Dank an die Wähler, Dank an das Wahlkampfteam. Dann geht das Mikrofon aus − in Widdern nicht zum ersten Mal. "Da ist der Wurm drin", kommentiert Norwin Reichert. Jürgen Olma erhebt die Stimme ohne Lautsprecher-Unterstützung. Es dauert einige Sätze, bis endlich jene Aussage kommt, die man jetzt von dem neuen Mann an der Spitze hören möchte: "Ich bin überwältigt von diesem Ergebnis."

Was der Neue für sein Projekt Jagsttalbahn bedeutet, kann der Jagsthäuser Schultes Roland Halter nicht abschätzen. "Er hat sich ja nicht positioniert." Doch er biete dem neuen Amtskollegen jetzt in erster Linie die gute Zusammenarbeit an. >>Weiterer Artikel

Obersulm

Zwei Paukenschläge
Obersulm: Harry Murso (links), sein Nachfolger Tilman Schmidt und dessen Ehefrau Sonja erlebten am Wahlabend aufregende Momente.Foto: Dittmar Dirks
Die Anspannung muss einfach raus: Tilman Schmidt stößt in einem mit Bürgern voll gefüllten Obersulmer Rathaus noch vor 19 Uhr einen Urschrei aus. Er erlebt ein Wechselbad der Gefühle. Zuerst die Riesenfreude und Erleichterung, dass er es geschafft hat − auf Anhieb sogar − Bürgermeister in Obersulm zu werden. Dann die Tränen, die Schmidt gar nicht verbergen will, dass "seine" Langenbrettacher nun einen neuen Bürgermeister wählen müssen. Da versagt dem 42-Jährigen die Stimme, als er sich an die Schar von Leuten aus seiner Heimatgemeinde wendet, die sich unter die Gäste gemischt hat.

Ganz ausdrücklich bedankt sich der Wahlsieger bei den beiden anderen, ernsthaften Bewerbern. Grünen-Gemeinderat Armin Waldbüßer (27,8 Prozent) und Offenaus Kämmerer und Hauptamtsleiter Holger Leister (21 Prozent) für einen "fairen, sachlichen und menschlichen Wahlkampf". Das bringt dem Familienvater erneut kräften Beifall ein.

Amtsinhaber Harry Murso, der nach 23 Jahren in Ruhestand geht, wünscht seinem Nachfolger Gesundheit, Kraft, Freude und Gottes Segen. Der 66-Jährige überreicht Sonja Schmidt einen großen Blumenstrauß in den Ortsfarben Gelb und Rot. Murso freut sich über die große Wahlbeteiligung. Und wie viele der Versammelten über eine Entscheidung im ersten Wahlgang. >>Weiterer Artikel

Roigheim

Zwei Paukenschläge
Roigheim: Freude bei Michael und Marion Grimm.Foto: Ralf Seidel
In Roigheim ist nach 21 Minuten alles klar: Die Bürger haben Amtsinhaber Michael Grimm mit 93,2 Prozent der gültigen Stimmen für eine zweite Amtszeit bestätigt. Die Wahlbeteiligung kann sich sehen lassen: 51,4 Prozent bei einem Alleinkandidaten ist "nicht üblich", bedankt sich der alte und neue Bürgermeister der Seckachtalgemeinde bei den Bürgern, die sich auf dem Rathausvorplatz versammelt haben. "Diese Wahlbeteiligung ist sozusagen ein zweiter Sieg", bekräftigt sein Kollege aus Osterburken und Vorsitzender des Abwasserzweckverbands Seckachtal, Jürgen Galm. >>Weiterer Artikel


 
 

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