Jägerhaus wird verkauft

Heilbronn  Der Pforzheimer Unternehmer und Brauereibesitzer (Palmbräu) Wolfgang Scheidtweiler übernimmt die Traditionsgaststätte.

Von unserem Redakteur Joachim Friedl

Jägerhaus wird verkauft
Die Jägerhaus-Gaststätte bekommt einen neuen Eigentümer. Foto: Archiv

Die Waldgaststätte Jägerhaus erhält einen neuen Eigentümer. Der Gemeinderat beschloss am Dienstag in nichtöffentlicher Sitzung mit großer Mehrheit, das rund 3500 Quadratmeter große städtische Grundstück, auf dem das Traditionslokal im Stadtwald steht, an den Pforzheimer Unternehmer und Brauereibesitzer (Palmbräu) Wolfgang Scheidtweiler zu verkaufen. Nach Informationen der Heilbronner Stimme wurde in der Sitzung deutlich gemacht, dass der Verkauf nicht im Zusammenhang mit dem Bau des neuen Harmonie-Hotels steht. Wie berichtet, realisieren Scheidtweiler und der Heilbronner Gastronom Marcel Küffner bis Sommer 2018 das Vier-Sterne-Haus.

Bedingung

Die Jägerhaus-Gaststätte hat die Stadt 2008 im Erbbaurecht an die Gastronomen-Familie Mohr vergeben. Dieses Erbbaurecht will jetzt Wolfgang Scheidtweiler von Karl-Heinz Mohr abkaufen. Bedingung: Auch das Grundstück muss auf ihn übergehen. Mit seiner Entscheidung erfüllte der Gemeinderat nun diese Voraussetzung.

"Ich freue mich auf dieses Projekt", sagte Wolfgang Scheidtweiler am Dienstag am Telefon. Schon in der nächsten Woche wird er mit seinem Architekten das Jägerhaus "erspüren und auf sich wirken lassen". Er weiß, dass in dem 1678 als sogenanntes Steinhaus für die städtischen Jäger errichteten Gebäude viel investiert werden muss. Im Laufe des Jahres will Scheidtweiler dann mit Pachtinteressenten Gespräche führen, die das Ausflugslokal pachten wollen. Erfahrung mit derartigen Immobilien hat Scheidtweiler: Das Seehaus in Pforzheim (1776) beispielsweise hat er mit Architekt Helmut Kienzler zu einer sowohl optischen als auch gastronomischen Top-Adresse gemacht.

Viel Stress

"Ich hatte acht wunderbare Jahre hier im Jägerhaus", blickt Karl-Heinz Mohr wehmütig zurück. Doch der Stress forderte seinen Tribut: "Ich habe sieben Tage die Woche gearbeitet. Hatte kaum Urlaub. Ich muss zwei Gänge runterschalten", begründet er seine Entscheidung. Noch bis September ist er Wirt der Traditionsgaststätte.