Ja für Autobahnanschluss Böllinger Höfe

Heilbronn - Der Ruf nach einem Autobahnanschluss für das Heilbronner Industriegebiet Böllinger Höfe ist unüberhörbar. Einstimmig beauftragte jetzt der Heilbronner Gemeinderat die Verwaltung, Verhandlungen für dieses Straßenbauvorhaben aufzunehmen.

Von unserem Redakteur Joachim Friedl

Seit Jahren wird ein direkter Autobahnanschluss für die Böllinger Höfe gefordert. Dieses Verlangen wird umso dringlicher mit der Neuansiedlung von Audi. In dem Heilbronner Industriegebiet haben sich bis jetzt 135 Firmen angesiedelt. Foto: Werner Kuhnle 

 

Heilbronn - Der Ruf nach einem Autobahnanschluss für das Heilbronner Industriegebiet Böllinger Höfe ist unüberhörbar und enthält keine Misstöne. Einstimmig beauftragte am Dienstagabend der Heilbronner Gemeinderat die Verwaltung, mit der grün-roten Landesregierung Verhandlungen für dieses Straßenbauvorhaben aufzunehmen.

Einig ist sich das Gremium auch darin, dass mit der Anbindung der Böllinger Höfe an die A6 zeitgleich die Ortsumfahrung von Bad Wimpfen und Untereisesheim realisiert werden muss.

Wie berichtet, haben sich auf dieses Vorgehen die Rathauschefs von Heilbronn, Neckarsulm, Bad Wimpfen und Untereisesheim geeinigt. Nur im Paket sind Verkehrsvorteile zu erwarten. Im Rathaus der Stauferstadt forderten sie am Montag die grün-rote Landesregierung auf, nach Jahren des Stillstands in eine vertiefte Planung des jetzt vom Büro BS Ingenieure Ludwigsburg erarbeiteten Gesamtpakets einzusteigen.

 

Autobahnanschluss für die Böllinger Höfe

 

Untersuchung

Im April des vergangenen Jahres war vom Heilbronner Rathaus der Denkanstoß an die drei Umlandkommunen ausgegangen, gemeinsam für einen Autobahnanschluss der Böllinger Höfe und die Ortsumfahrung von Bad Wimpfen und Untereisesheim zu kämpfen. "Die jetzigen Überlegungen zeigen einen Weg auf, der für alle vier Kommunen Vorteile bergen könnte", sagte Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach.

Für Bad Wimpfen war dies der Anlass, auf Basis der 2003 stattgefundenen großen Verkehrsuntersuchung erneut prüfen zu lassen, inwieweit eine solche Streckenführung zu einer Entlastung der Ortsdurchfahrten von Bad Wimpfen und Untereisesheim führen kann. "Die Ergebnisse führten zu der Erkenntnis deutlicher Verkehrsentlastungen in Bad Wimpfen und Untereisesheim. Lediglich auf der Neckarbrücke stieg das Verkehrsaufkommen an", nannte Claus Brechter, Bürgermeister der Stauferstadt, Einzelheiten.

Abschied

"Wir begrüßen den Gedanken der drei vorgeschlagenen Korridore von der A6 bei den Böllinger Höfen zur geplanten Ortsumfahrung", stärkte Joachim Scholz den Kollegen den Rücken. Damit, so der Neckarsulmer Oberbürgermeister, sei die 2004 genehmigte Vorplanung des Landes für eine Ortsumfahrung hinfällig.

An den Kosten und dem Widerstand Neckarsulms − die Trasse lag zu nahe an Obereisesheim − war dieses Projekt gescheitert. "Der Flächenverbrauch wäre zu groß gewesen. Der Vorschlag des Landes war nicht durchführbar", bekräftigte auch Untereisesheims Bürgermeister Bernd Bordon. Im aktuellen Maßnahmenplan des Generalverkehrsplan Baden-Württemberg ist dieses Projekt denn auch nicht mehr enthalten.

Kein Zeitplan

"Die drei Korridore nehmen Rücksicht auf die Topographie", stellt Neckarsulms Baubürgermeister Klaus Grabbe den verkehrsplanerischen Gedankenspielen vorab ein ordentliches Zeugnis aus. Im Bereich Dornenwald gelte es nun, die detaillierten Planungen abzuwarten. Die Trassen verlaufen, links, rechts und mittendurch.

Angesichts der Finanzlage von Bund und Land sowie der Ankündigung von Verkehrsminister Hermann, vorerst keine neuen Straßen zu bauen, sieht sich OB Himmelsbach außer Stande, "einen Zeithorizont zu definieren". Gleiches gilt für die Kosten. Dass es nicht preiswert wird, liegt auf der Hand: "Wimpfen braucht den Tunnel zur B 27 bei Offenau", sagt Bürgermeister Claus Brechter. Er weiß um die Beträge.