Rätselhafter Tod von 18-Jährigem bleibt ungeklärt

Neuenstadt/Weinsberg - Die Heilbronner Staatsanwaltschaft hat das Verfahren im Fall Arthur Christ eingestellt. Die Leiche des 18-Jährigen wurde Ende Januar neben seinem ausgebrannten Auto gefunden.

Von Nicole Amolsch und Helmut Buchholz




Neuenstadt/Weinsberg - Die Heilbronner Staatsanwaltschaft hat das Verfahren im Fall Arthur Christ eingestellt. Damit bleibt der Tod des 18-Jährigen aus Weinsberg ungeklärt. Seine verbrannte Leiche wurde am 25. Januar neben seinem ausgebrannten Auto auf einem Waldparkplatz zwischen Eberstadt und Cleversulzbach gefunden.

Suizid oder Verbrechen?

Wie der Auszubildende zum Kfz-Mechatroniker ums Leben kam, gibt nach wie vor Rätsel auf. "Es lässt sich nicht genau sagen, ob Suizid oder Fremdverschulden vorliegt", erklärt Harald Lustig, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Arthur Christ war am Samstag, 24. Januar, mit einem Bekannten unterwegs. Er setzte ihn kurz nach ein Uhr nachts in Weinsberg ab und sagte, dass er noch das Feuerwehrfest in Eberstadt besuchen wolle. Gegen zwei Uhr entdeckten dann Verkehrsteilnehmer den brennenden Wagen.

Selbsttötung oder Kapitalverbrechen?

Für beides gebe es keine "definitiv klaren Anhaltspunkte". Zwar habe man im Fahrzeug Brandbeschleuniger gefunden. Wie dieser ins Auto gelangt war, ist unklar. Die Obduktion der Leiche hat ergeben, dass Arthur Christ an den Brandverletzungen gestorben ist. Einwirkungen äußerer Gewalt hätten sich bei der allerdings schwierigen Obduktion der Brandleiche nicht feststellen lassen, so Lustig. Auch keine Hinweise auf Feindseligkeiten im Umfeld des Opfers.

Die Ermittler der Sonderkommission "Eiche" hatten mehr als 200 Personen befragt. Dabei hätten sie auch keine Anzeichen gefunden, dass sich der 18-Jährige selbst das Leben nahm. Es habe weder einen Abschiedsbrief noch Hinweise auf Ereignisse vor seinem Tod gegeben, die Rückschlüsse auf einen Suizid zuließen. "Das ist für uns natürlich ein Stück weit unbefriedigend", gibt Harald Lustig zu. "Falls es neue Ermittlungsansätze gibt, kann das Verfahren aber wieder aufgenommen werden."

Kein Zusammenhang

Bereits im Juli hatte die Staatsanwaltschaft einen anderen mysteriösen Fall zu den Akten gelegt: Unklar ist immer noch, wie Diana Pawlenko ums Leben kam. Spaziergänger hatten ihre Leiche Ende Oktober 2008 in der Nähe eines Wanderparkplatzes bei Weinsberg gefunden. Suizid, Unglücksfall oder Kapitalverbrechen kommen in Frage. Nach wie vor ungeklärt ist auch der Heilbronner Polizistenmord im April 2007. "Nach dem Ergebnis der Ermittlungen besteht aber zwischen diesen drei Fällen kein Zusammenhang", sagt Harald Lustig.

Verzweifelte Familie

Der Vater von Arthur Christ stellt das Ergebnis der Ermittlungen alles andere als zufrieden. Er ist verzweifelt und glaubt nicht an einen Suizid. "Ich kenne meinen Sohn, er war nicht psychisch krank." Darum steht für den Vater fest: "Es war Mord." Dass dies nicht bewiesen wurde, kann er nicht verstehen. Der Polizei will er aber "nicht die Schuld zuschieben". Nur fühlt er sich jetzt, "wie im falschen Film". Christs Vater ist sich nicht sicher, was er tun soll, um mehr Klarheit über den Tod des 18-Jährigen zu bekommen. "Ich würde gern an die Öffentlichkeit gehen. Aber was bringt das? Ich weiß es nicht."