Fall "Arthur Christ": Polizei noch ohne heiße Spur (20.02.2009)

Eberstadt - Nach dem rätselhaften Tod des 18-jährigen Arthur Christ sind die Todesumstände weiter unklar. Weiterhin könne weder ein Kapitalverbrechen noch eine Selbsttötung ausgeschlossen werden, teilt die Polizei heute mit. Hinweise auf eine eventuell vorangegangene Gewaltanwendung fanden die Experten nicht. Das Ergebnis der toxikologischen Untersuchungen steht noch aus.
Unterdessen zieht die Ermittlungsgruppe "Eiche", die in diesem Fall ermittelt, um. Bislang war der Sitz der im Polizeirevier Weinsberg. Ab sofort laufen die Ermittlungen von der Polizeidirektion in Heilbronn aus.





Eberstadt - Die Ermittlungsgruppe "Eiche", die im Fall des an seinen Brandverletzungen verstorbenen Arthur Christ ermittelt, zieht um. Bislang war der Sitz der im Polizeirevier Weinsberg. Ab sofort laufen die Ermittlungen von der Polizeidirektion in Heilbronn aus.

Zwölf Beamte der Polizeidirektionen Heilbronn, Ludwigsburg, Künzelsau, Waiblingen und Tauberbischofsheim ermittelten seit nunmehr vier Wochen, nachdem der 18-jährige Weinsberger auf einem Waldparkplatz oberhalb der Mülldeponie Eberstadt gefunden wurde.
Die Obduktion konnte klären, dass der junge Mann an den Folgen der Brandverletzungen starb. Hinweise auf eine eventuell vorangegangene Gewaltanwendung fanden die Experten nicht. Das Ergebnis der toxikologischen Untersuchungen steht noch aus.

Flugblätter

Seit dem Tag des Auffindens, dem 25. Januar, befragten oder vernahmen die Ermittler über 200 Personen aus dem nahen und auch weiteren Umfeld des Verstorbenen und verteilten Flugblätter an Örtlichkeiten, an denen er sich häufig aufhielt. Dabei ergaben sich allerdings weder Hinweise auf ein mögliches Motiv für einen Suizid, noch dafür, dass Arthur Christ in Streitigkeiten oder kriminelle Aktivitäten verwickelt gewesen sein könnte. Die Gegenstände, die bei einer Durchsuchung des Waldes rund um den Parkplatz mit Kräften der Bereitschaftspolizei gefunden wurden, brachten ebenfalls keine neuen Erkenntnisse.
 
Mit dem Umzug zur Polizeidirektion werden jetzt acht Beamte der Polizeidirektionen Ludwigsburg und Heilbronn die Ermittlungen fortführen. Kripo-Chef Volker Rittenauer macht deutlich: „Die Ermittlungen werden mit hoher Intensität fortgesetzt, bis jede Spur und jeder noch so kleine Hinweis abgeklärt wurde. Insbesondere versuchen wir weiterhin herauszufinden, ob Arthur Christ Schwierigkeiten irgendeiner Art hatte“. Rittenauer hofft, dass sich doch noch jemand an ein Geschehnis vor dem 25. Januar erinnern kann, das „ein wenig Licht in die Ermittlungen bringen könnte“.


Zur Aufklärung der Todesumstände bittet die Ermittlungsgruppe „Eiche“ um Mithilfe der Bevölkerung. Die Ermittler haben folgende Fragen:
  • Wer hat Arthur Christ in der Nacht auf Sonntag, 25. Januar, gesehen?

  • Hat jemand Arthur Christ auf dem Feuerwehrfest in Eberstadt gesehen?

  • Hat jemand eine Auseinandersetzung beobachtet, an der der 18-Jährige beteiligt war?

  • Hatte der Weinsberger Kontakte zu Personen außerhalb der Region?

  • Wer hat den auffälligen champagnerfarbenen Toyota Lexus 300 GS mit den roten HN-Kennzeichen am Sonntagmorgen zwischen 1.00 Uhr und 2.00 Uhr gesehen?

  • Fiel in der besagten Nacht jemand etwas Verdächtiges entlang der Straße von Eberstadt, vorbei an der Mülldeponieeinfahrt bis zum Parkplatz „Abgebrannte Eiche“ auf?

  •  Wurden von Samstagabend bis Sonntag um 2.00 Uhr Personen oder Fahrzeuge auf dem Waldparkplatz „Abgebrannte Eiche“ oder in dem Waldstück zwischen Cleversulzbach und Eberstadt gesehen?

  • Hat jemand irgendwelche Hinweise anderer Art?


Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Heilbronn unter Telefonnummer 07131/104-4444 entgegen.



Mit einem solchen Lexus-Modell war der 18-Jährige unterwegs. Fotos: Polizei