Gute Stimmung trotz enormer Belastung

Region  Region - Das erste Jahr Gemeinschaftsschule (GMS) in Wüstenrot und Heilbronn-Böckingen ist geschafft. Nach den Sommerferien starten die Georg-Kropp- (GKS) und die Fritz-Ulrich-Schule (FUS) mit deutlich mehr Schülern durch.

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In festen Tischgruppen wie hier in Wüstenrot arbeiten Schüler unterschiedlicher Leistungsstufen zusammen und lernen voneinander.

Foto: Alexander Becker

Region - Das erste Jahr Gemeinschaftsschule (GMS) in Wüstenrot und Heilbronn-Böckingen ist geschafft. Nach den Sommerferien starten die Georg-Kropp- (GKS) und die Fritz-Ulrich-Schule (FUS) mit deutlich mehr Schülern durch.

Die anfängliche Skepsis der Eltern von Kindern mit Gymnasialempfehlung - "lernt mein Kind auch genug?" - scheint überwunden. "Sie sehen, dass ihre Kinder sich gut entwickeln und genug Lernstoff haben", beschreibt Peter Wagner die Situation. Viel Überzeugungsarbeit liegt hinter und vor dem Rektor der GMS in Wüstenrot.

Doch stimmt die Mischung? Damit das individuelle Lernen (iL) klappt, sollen sich die Lerngruppen aus je einem Drittel Haupt-, Realschüler und Gymnasiasten zusammensetzen. Nur so sind die Schüler einander Vorbild und können sich gegenseitig beim Lernen unterstützen. Die FUS in Böckingen profitierte von "Quereinsteigern", zehn Kinder mit Realschul- und Gymnasialempfehlung sind im Lauf des Schuljahres dazugekommen.

Spätestens im dritten Jahr, so rechnet Rektorin Christiane Ziemer, "werden wir es schaffen". Schon jetzt sei die Anmeldung ausgeglichener. Es habe sich bei den Eltern herumgesprochen, dass "Starke sich nicht langweilen. Und Schwache dürfen auf ihrem Niveau arbeiten." Das wirke sich aufs Schulklima aus: "Die brauchen kein dummes Zeug zu machen, es gibt keine Überforderung und keine Unterforderung." Ziemer beobachtet eine "schaffige Arbeitsatmosphäre".

Das Knowhow fürs andere Unterrichten lernen Lehrer auf Fortbildungen und auf Schulbesuch in Starterschulen. Peter Wagner empfand seine Schule rückblickend "vielleicht zu gastfreundlich", unzählbar viele Lehrer hätten den Kindern über die Schulter geschaut und die Lehrer ausgefragt. Ohne Krankheitsvertretung, als verpflichtende Ganztagsschule, neue Lehrer einlernend, nebenbei das sechste Schuljahr entwickelnd, hätten seine Lehrer massiv Überstunden geschoben. Trotz der "enormen Belastung" seien die Lehrer guter Dinge: "Bei uns herrscht Aufbruchstimmung."