Gut 200 Besucher beim Neckar-Zaber-Wahlforum

Neckarwestheim  Die Motivation ist ungebrochen: Sechs Bundestagskandidaten präsentieren sich beim Stimme-Wahlforum in der Neckarwestheimer Reblandhalle im direkten Vergleich.

Von Thomas Dorn

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Sie stellten sich den Fragen der Stimme-Redakteure: (von links) Marc Jongen, Eberhard Gienger, Thomas Utz, Catherine Kern, Marcel Distl, Walter Kubach. Foto: Andreas Veigel

Wenige Tage vor der Bundestagswahl sind laut Umfragen knapp 40 Prozent der Wähler noch unentschlossen, wem sie ihre Stimme geben sollen. Umso besser, wenn man die Kandidaten verschiedener Parteien im direkten Vergleich erleben kann.

Gut 200 Bürgerinnen und Bürger aus dem Wahlkreis Neckar-Zaber nutzen am Montagabend beim Wahlforum der Heilbronner Stimme in der Neckarwestheimer Reblandhalle diese Möglichkeit. Dort fühlen die Redakteure Hans-Jürgen Deglow und Reto Bosch den Bewerbern Eberhard Gienger (CDU), Thomas Utz (SPD), Catherine Kern (Grüne), Marcel Distl (FDP), Walter Kubach (Linke) und Marc Jongen (AfD) zu etlichen Themenbereichen auf den Zahn.

Die Teilnehmer

Sie saßen auf der Bühne der Neckarwestheimer Reblandhalle:

  • Eberhard Gienger (66, CDU) aus Bietigheim-Bissingen, Bundestagsabgeordneter seit 2002
  • Catherine Kern (55, Bündnis 90/Die Grünen) aus Öhringen, Selbstständige, Mitglied im Gemeinderat
  • Thomas Utz (28, SPD) aus Murr, Bankangestellter
  • Walter Kubach (62, Die Linken) aus Mundelsheim, Mitarbeiter eines Bundestagsabgeordneten
  • Marcel Distl (24, FDP) aus Freiberg, Bachelor in Politikwissenschaft und Soziologie
  • Dr. Marc Jongen (49, AfD) aus Karlsruhe, Dozent an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe 

Die Bewerber der sechs Parteien stellten sich den Fragen von Hans Jürgen Deglow, stellvertretender Stimme-Chefredakteur und Politikchef, sowie Reto Bosch, Leiter der Landkreisredaktion .

Aus der Reserve locken

In einer ersten Runde versuchen sie, die Kandidaten mit eher persönlichen Fragen aus der Reserve zu locken. 16 Jahre im Parlament sind dem CDU-Abgeordneten Eberhard Gienger auf jeden Fall nicht genug. "Ich habe noch Drive, ich bin ja auch noch relativ frisch in der Politik", meint er mit Blick auf den Einstieg mit 50 Jahren. Die Politik erlebt er als "spannend". Dass er sie mitgestalten, als Politiker Bürgern auch persönliche Hilfestellung leisten kann, ist für ihn Motivation.

Mit 28 Jahren will Thomas Utz der jungen Generation eine Stimme im Parlament geben. "Mit geht es um Zukunftsfragen" sagt er. Vor allem Bildung. Dass der damalige SPD-Kandidat 2013 fast 30 Prozentpunkte hinter Gienger lag, entmutigt Utz nicht: Bis zum letzten Tag will er "leidenschaftlich" Wahlkampf führen. Dass er dabei als Banker für die SPD kämpft, ist für ihn kein Widerspruch.

Wahlkampf macht Spaß

Eher Anhänger von Bartsch oder Wagenknecht? Walter Kubach verortet sich "zwischen beiden". Auch wenn es "schwer ist, in einem konservativen Landesteil als Linker aufzutreten", macht es ihm Spaß, sich im Wahlkampf zu engagieren.

"Weil Umwelt und Gerechtigkeit eng beieinander sind", ist Catherine Kern bei den Grünen. Sie ist Realistin genug, um mit dem Landeslistenplatz 19 nicht zu viele Hoffnungen auf den Einzug in den Bundestag zu verbinden: "Aber ich kämpfe für grüne Werte."

Für Werte kämpfen

In zwei Jahren vom Landtags-Praktikanten zum Bundestagskandidaten? Für Marcel Distl ein Beleg, dass die FDP "eine offene Mitmach-Partei ist". Er will "nicht nur" Interessen der Jüngeren vertreten, doch Breitbandausbau und Bildung sind für ihn zentrale Themen.

Auch wenn er in Karlsruhe lebt, spürt Marc Jongen in Neckar-Zaber ein "Gefühl der Vertrautheit". An Infoständen hat er festgestellt: "Die Sorgen sind hier wie dort ähnlich."