Großbrand Löwenstein: Ermittler finden Brandherd

Löwenstein - Das Feuer, das am Sonntag im Löwensteiner Stadtkern auf drei Gebäude übergriff und einen Millionenschaden hinterließ, ist nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler im Erdgeschoss des Gebäudes mit Lagerräumen in der Schulgasse ausgebrochen.

Von Carsten Friese


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Löwenstein - Das Feuer, das am Sonntag im Löwensteiner Stadtkern auf drei Gebäude übergriff und einen Millionenschaden hinterließ, ist nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler im Erdgeschoss des Gebäudes mit Lagerräumen in der Schulgasse ausgebrochen.

In den nächsten Tagen soll mit dem Abbruch des zerstörten Gebäudeteils begonnen werden. Erst dann können die Brandsachverständigen die Ursache des Feuers genauer untersuchen. Sie begannen am Montag mit ihrer Arbeit.

Gaststätte Lamm

Der abgebrannte Dachstuhl der Gaststätte Lamm in der Maybachstraße ist inzwischen mit Planen abgedeckt. Die Fenster weit zum Lüften geöffnet. Noch immer liegt der Geruch von Verbranntem in der Luft. Wie es weiter geht? Die Inhaber Familie Assenheimer weiß es noch nicht. Die Schäden in der ersten Etage sind groß. Vermutlich muss alles neu gemacht werden.


Einsturzgefahr


In der Schulgasse, dort, wo das Feuer vermutlich in den Lagerräumen einer Sanitär- und Heizungsfirma ausbrach, hat das Technische Hilfswerk ein Gerüst aus Metallstangen aufgebaut. Der hintere Gebäudeteil "ist akut einsturzgefährdet", sagt Löwensteins Feuerwehrkommandant Manfred Kurz. "Hier darf niemand rein." Die nächtliche Brandwache hat bis Montagmorgen mehrmals aufflammende Glutnester abgelöscht.

Völlige Leere


Vier aneinander gebaute Häuser wurden von den Flammen erfasst, an Dreien sind die Dachgeschosse zerstört. Löschwasser und Rauch drangen in weitere Stockwerke ein. Auf etwa eine Million Euro schätzt die Polizei den Schaden. "So hat es in den 40 Jahren meiner Karriere in Löwenstein noch nie gebrannt", ordnet Kommandant Manfred Kurz das Geschehene ein.

Sichtlich mitgenommen steht Edelgard Assenheimer (63) vor ihrem Gasthof "Lamm", auf den die Flammen übergriffen. Mit "völliger Leere" beschreibt sie ihre Gefühle. Sie weiß noch nicht, wie es weitergeht in dem Lokal, das sie in der fünften Generation mit ihren Söhnen führt. Bei Verwandten haben sie übernachtet. Eigentlich hätten sie ab 1. August Ferien. "Jetzt machen wir Bauferien", sagt Edelgard Assenheimer leise. Für Sohn Matthias (28) war es "alles in allem noch Glück", dass der Brand nicht nachts ausgebrochen sei. Die Nacht zuvor waren die Gästezimmer "komplett belegt".


Als Brandsachverständige und Kripobeamte eintreffen, dürfen auch sie nicht in die Ruine in der Schulgasse. Von einem angrenzenden Dach inspizieren sie die Trümmer, werfen Blicke ins Gebäudeinnere. Verkohlte Dachbalken, Ziegelschutt, ein herabgefallener Kaminteil prägen das Bild. Im Innern: durchgebrochene Decken.

Bei der Brandursache komme man von außen nicht weiter, sagt Tüv-Gutachter Rolf Würz. "Da muss man mit dem Bagger ran." Auch ein Rundgang durch den vorderen Gebäudeteil bringt keine großen Erkenntnisse. "Wir kommen nicht ran, es ist zu gefährlich", sagt ein Kripobeamter. Das hintere Haus soll nun abgetragen werden. Dann machen die Experten weiter. Bis dahin werden "sicher ein bis zwei Wochen vergehen", schätzt ein Polizist.

Bei der Brandwache dabei ist auch Tobias Schock (23), der Sohn von Hausbesitzer Walter Schock. Er ist bei der Löwensteiner Wehr und hat am Sonntag beim Einsatz mitgeholfen, nachdem er erst mal eine halbe Stunde fassungslos vor dem Gebäude stand. Am Morgen danach ist er gefasst, packt wie selbstverständlich wieder mit an. Und erzählt, dass Helfer am Sonntagabend in dem Haus noch eine vom Löschwasser durchnässte Katze gerettet haben.

Bürgermeister Klaus Schifferer bietet den Betroffenen die Unterstützung der Stadt an. "Wir haben alles getan, was in unserer Macht steht", ist sein Fazit vom Einsatz. Sofort alle Nachbarwehren zu informieren, "war die richtige Entscheidung". Was der Großeinsatz die Gemeinde kostet, weiß er noch nicht.




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