Grasmück kehrt zurück, Eisele enttäuscht

Heilbronn - Heilbronn wird wie erwartet Standort eines neuen Polizeipräsidiums, doch die entscheidende Personalie ist ein Paukenschlag.

Von unserem Redakteur Carsten Friese

Grasmück kehrt zurück, Eisele enttäuscht
Das Gebäude der Polizeidirektion Heilbronn an der Karlstraße.
Heilbronn - Heilbronn wird wie erwartet Standort eines neuen Polizeipräsidiums, doch die entscheidende Personalie ist ein Paukenschlag: Nicht der bisherige Direktionsleiter Roland Eisele (54) soll neuer Chef der Großbehörde mit Zuständigkeit für die Stadt und vier Landkreise werden. Sein Vorgänger ist "Projektverantwortlicher" für den Aufbau der neuen Struktur: Hartmut Grasmück (56), Landeskriminaldirektor im Innenministerium, der von Herbst 2004 bis Sommer 2006 die Heilbronner Polizeidirektion (PD) führte und wie Eisele im Landkreis Heilbronn wohnt.

"Ich bin maßlos enttäuscht", sagte Eisele gestern auf Nachfrage: "Das tut wirklich weh." Mehr als fünf Jahre habe er die Polizedirektion Heilbronn durch zum Teil schwieriges Fahrwasser geführt. Ob politische Gründe in der neuen Landesregierung eine Rolle spielten? "Ich bin parteilos", sagt Eisele.

Grasmück kehrt zurück, Eisele enttäuscht

Roland Eisele

Foto: Kugler

Seine Zukunft: offen. Es gibt viele Chefs, die durch die Reform ab 2013/2014 keine direkte Führungsposition mehr inne haben werden. In einem speziellen Verfahren können PD-Leiter, Kripochefs oder Leiter von Führungs- und Lagezentren Interesse an Positionen bekunden.

Wie ein Sprecher des Innenministeriums äußerte, seien die Projektverantwortlichen nach bisherigen fachlichen Leistungen ausgewählt worden. Und da habe Hartmut Grasmück bewiesen, dass er für eine solche Aufgabe qualifiziert sei.

Grasmück kehrt zurück, Eisele enttäuscht
Hartmut GrasmückFoto: Dirks
Wie viele Beamte im Zuge der Reform nach Heilbronn kommen, ist noch unklar. Detailarbeit beginnt erst. Fest steht: Die Kriminalpolizei in der Zentrale wird gestärkt. Statt bisher 120 sollen künftig 221 Kripobeamte in Heilbronn Dienst tun. Gleichwohl verbleiben an den Standorten der bisherigen Direktionen weiter Kriminalkommissariate mit einigen Beamten. Als "schlagkräftigere Einheit" sieht Roland Eisele das neue Gebilde. Man könne Kräfte zur Bekämpfung bestimmter Kriminalitätsformen bündeln. Gleichwohl sei es "ein Mammutprojekt". Das große Ziel, mehr Polizisten auf die Straße zu bringen, sei sicher erst mittelfristig zu erreichen. Viele ältere Kollegen mit 55 "kann man nicht mehr im Streifendienst einsetzen".

Platzproblem

Platz muss in Heilbronn jedoch geschaffen werden, wenn aus den Direktionen Tauberbischofsheim, Mosbach, Künzelsau Mitarbeiter in die Zentrale wechseln. Ein Anbau? Gebäude anmieten? Details stehen noch nicht fest.

Grasmück kehrt zurück, Eisele enttäuscht
Der Heilbronner Landrat Detlef Piepenburg geht davon aus, dass für den Landkreis nach der Reform keine Änderungen eintreten. "Die Zusammenarbeit mit der Polizei ist gut und wird gut bleiben", ist er sicher. Ein neuer Standort mit Polizeipräsidium und Kriminalpolizeidirektion "stärkt Heilbronn in seiner Funktion als Oberzentrum der Region", freut sich Heilbronns OB Helmut Himmelsbach über die Entscheidung des Innenministers. Man erwarte aber auch, "dass der zweite Teil der Reform gelingt und mehr Beamte in den Revieren, auf der Straße sein werden, um das subjektive Sicherheitsgefühl weiter zu heben".

Erleichterung, dass in Künzelsau maximal 15 Kripobeamte bleiben werden, äußerte der Hohenloher Polizeichef Richard Diesch.

 

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