Für den Erhalt des Krankenhauses im Zabergäu

Brackenheim  Riesenandrang bei der 50. Lokaltour der Heilbronner Stimme.

Von unserem Redakteur Thomas Dorn

Die 50. Lokaltour der Heilbronner Stimme war gleichzeitig die größte: Rund 130 Bürgerinnen und Bürger aus dem Zabergäu wollten mit HSt-Chefredakteur Uwe Ralf Heer unter der Überschrift "Krankenhaus auf der Kippe?" über die Zukunft des SLK-Klinikums Brackenheim diskutieren. Im Gasthaus im Wiesental mussten am Montagabend jede Menge zusätzliche Stühle geschleppt werden.

Das Thema bewegt die Menschen, das zeigte nicht nur der große Andrang. Diejenigen, die gekommen waren, sind für den Erhalt des Standorts, und zwar möglichst ohne qualitative Verschlechterungen. Doch danach sieht es im Moment nicht aus.

"Es steht nicht besonders gut um unser Krankenhaus", räumte auch Brackenheims Bürgermeister Rolf Kieser ein, zugleich Vorsitzender des mehr als 700 Mitglieder zählenden Krankenhaus-Fördervereins. Geschäftsführung und Aufsichtsräte der SLK Kliniken GmbH wollen das Krankenhaus allenfalls in abgespeckter Form weiterführen.

Momentan gibt es vier Abteilungen, mit einem Schwerpunkt bei der Geriatrischen Rehabilitation. Nun sind der Wegfall der chirurgischen und der inneren Abteilung im Gespräch. "Ist das dann noch ein Krankenhaus?" fragte sich nicht nur Rolf Kieser.

Der Bürgermeister verwies auf die "hohe Akzeptanz" des Krankenhauses im Zabergäu, die überdurchschnittliche Auslastung der Betten, auch die hohe Einweisungsquote seitens der niedergelassenen Ärzte. Dass sich die 
Patienten in Brackenheim gut aufgehoben fühlen, die familiäre Atmosphäre schätzen, bestätigten etliche Zuhörer. "Hier sind wir noch Menschen, nicht Nummern", bekommt auch Krankenhaus-Seelsorger Willi Forstner immer wieder zu hören.

"Wo bleibt die soziale Verantwortung des Staates?", fragte ein Besucher. Die Menschen im Zabergäu pochen auf die wohnortnahe Versorgung, die SLK-Klinik in Heilbronn ist ihnen im Notfall zu weit entfernt. Das Argument, dass das Brackenheimer Krankenhaus rote Zahlen schreibt, derzeit knapp zwei Millionen Euro jährlich, ist für viele Zuhörer im System begründet. "Brackenheim hat einen Pflegebetten-Schwerpunkt", stellte eine Diskutantin klar. Geld verdiene man mit Operationen, doch die seien in Heilbronn angesiedelt.

Das wirtschaftliche Argument ist für viele aber ohnehin nicht das entscheidende. Ob der Krankenhausstandort Brackenheim erhalten bleibt, ist für sie zuallererst eine politische Entscheidung. Und da sehen sie die lokalen Kreisräte in der Pflicht, Farbe zu bekennen. Die mutmaßlich entscheidende Sitzung des Heilbronner Kreistags ist Anfang November.