Feuerwehren nach Blitz und Hagel im Dauereinsatz

Region Heilbronn  Region - Heftige Gewitter mit starken Niederschlägen und Sturmböen sind am Dienstagabend über die Region gezogen. Vor allem im Raum Ilsfeld, Beilstein und Abstatt liefen viele Keller voll. In Mainhardt brannte nach einem Blitzschlag ein Haus nieder.


Region - Das Unwetter mit Starkregen und Hagel sorgte am Dienstagabend in Teilen der Region für den Ausnahmezustand. In Auenstein, Abstatt und vor allem in Ilsfeld  waren kurzzeitig viele Straßen überschwemmt. Die Feuerwehren mussten etliche  Keller auspumpen.

Bei Familie Bruckner in Abstatt ist die Feuerwehr gegen 21 Uhr gerade dabei, die Schläuche aus dem Keller zu ziehen. „Hier hat überall das Wasser gestanden“, erzählt Karin Bruckner und weist auf den ausgebauten Kellerraum. Der Teppichboden ist mit Wasser vollgesogen, auch die Wände sind sichtlich nass. „Eigentlich wollten wir hier gestern anfangen zu renovieren“, sagt Bruckner und fügt an: „Gut, dass etwas dazwischen gekommen ist.“
 
Gleich nebenan ist die Feuerwehr damit beschäftigt, die Kellerräume der Gemeindehalle leer zu pumpen.

Schneepflüge
 
In Ilsfeld stehen in der Abenddämmerung Anwohner der Hauptstraße auf den Gehwegen, in Flip Flops und kurzen Hosen kehren sie die Schlammreste der „Sturzflut“ zusammen, „die hier noch bis 20 Uhr durch den Ort schwemmte“, erzählt Ulrich Weninger. Durch den Hagel habe es kurzzeitig ausgesehen wie im Winter, berichtet er. Sogar zwei Schneepflüge seien im Einsatz gewesen, um die Zentimeterdicke Schicht von Hagelkörnern von den Straßen zu kehren.


 
70 Einsätze hatte die Ilsfelder Feuerwehr alleine bis 22 Uhr. „Wir werden wohl noch ein bis zwei Stunden beschäftigt sein“, sagt Zugführer Steffen Heber, als gerade schon wieder sein Einsatzhandy klingelt. Der nächste Auftrag: „Straßensäuberung Ortsausgang Ilsfeld Richtung Flein."

Kaufland
 
Besonders in Mitleidenschaft gezogen worden ist das Kaufland in Ilsfeld durch die Wassermassen. „Unser Kauflandsee“ scherzt eine Mitarbeiterin am Eingang über eine größere Fläche mitten auf dem Parkplatz, die noch immer bis zu 20 Zentimeter mit Wasser bedeckt ist. Die Frau  macht jeden, der den Eingang passiert,  darauf aufmerksam, dass das Untergeschoss nur mit dem Aufzug zu erreichen sei. „Und passen Sie auf, es ist überall rutschig“.  Die  lange Rolltreppe ist abgeschaltet. Dort wo sie endet, stand das Wasser. 
 
Gegen 21.15 Uhr wird im Untergeschoss noch immer gewischt und Wasser aufgesaugt.  Mitarbeiter, gegenüber den Kunden unüblicherweise in der Überzahl, sind dabei, Spuren und Schäden des Unwetters zu beseitigen. Einige Dinge sind offensichtlich in Mitleidenschaft gezogen. So Zeitschriften, die sonst in einem langen Regal platziert sind. Sie liegen nun nass auf Haufen gestapelt.  Mit Hubwagen fahren Mitarbeiter Paletten mit Waren weg. Auf die Frage „Kam das Wasser von unten?“  meint  ein Mitarbeiter lakonisch: „Es kam von überall.“

Hohenlohe

Im Hohenlohekreis hat es am Dienstagabend zwar ebenfalls stark geregnet, doch vollgelaufene Keller oder überschwemmte Straßen gab es nicht. „Uns wurden keine Zwischenfälle gemeldet“, erklärt Jürgen Baierl, Sprecher der Polizeidirektion Künzelsau. Die Rettungsleitstelle berichtete von einem kleineren Einsatz: In Unterheimbach blockierte ein umgestürzter Baum eine Straße, die Feuerwehr musste ausrücken. 

Blitzeinschlag


In Mainhardt schlug der Blitz in ein landwirtschaftliches Anwesen ein. Ein leerstehendes Wohngebäude mit angebauter Scheune brannte nach Angaben der Polizei aus. Es entstand ein Sachschaden von  rund 250.000 Euro.

Bei den Löscharbeiten wurde eine Person leicht verletzt. Die Rettungskräfte aus Mainhardt, Ammertsweiler und Bubenorbis waren mit über 70 Personen vor Ort.

Unwetter im Südwesten

Auch in einigen anderen Teilen Baden-Württembergs hat das schwere Gewitter mit orkanartigen Sturmböen und Hagel schwere Schäden angerichtet. Die genaue Schadenshöhe war noch nicht bekannt. Wie die Polizei mitteilte, stieß auf der Bahnstrecke Aalen-Ellwangen im Ostalbkreis ein Regionalzug gegen einen Baum, der auf die Oberleitung gestürzt war. Ein Mann aus Murrhardt im Rems-Murr-Kreis wollte an seiner Scheune Dachziegel erneuern, die vom Sturm weggerissen wurden. An einer morschen Stelle des Dachbodens brach der 42-Jährige durch das Holz und stürzte etwa fünf Meter auf einen Betonboden. >>weiterlesen ...   kal, fur, stimme.de

Aktuelle Unwetterwarnungen unter www.unwetterzentrale.de