Ekkehard Schneider: „Kein Gedanke, radioaktive Abfälle einzulagern“

Heilbronn - Für Ekkehard Schneider, den Vorstandssprecher der Südwestdeutschen Salzwerke AG, kommt die Region nicht als Endlagerstandort in Frage. Im Gespräch mit Andreas Tschürtz sagte er, diese Ansicht sei unter Experten unstrittig.

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Heilbronn - Für Ekkehard Schneider, den Vorstandssprecher der Südwestdeutschen Salzwerke AG, kommt die Region nicht als Endlagerstandort in Frage. Im Gespräch mit Andreas Tschürtz sagte er, diese Ansicht sei unter Experten unstrittig.


Wie dick sind die Salzschichten?

Ekkehard Schneider: Maximal 40 Meter in Heilbronn. In Bad Friedrichshall und Neckarsulm sind es teilweise nur 20 Meter. Dort bauen wir aber kein Salz ab, weil es sich wirtschaftlich nicht rechnet. Wir sind in Heilbronn in Richtung Böllinger Höfe und westwärts aktiv.

Wie tief liegen die Gruben, und was ist darüber?

Schneider: Über dem Salz gibt es in einer Stärke von 180 bis 240 Meter vor allem Ton, Anhydrit und Keuper.

Genug für radioaktiven Abfall?

Schneider: Das ist viel zu wenig. Wenn man sich den Worst Case vorstellen würde, wären die Temperaturen so hoch, dass selbst die Isolierung von 240 Metern keinesfalls ausreichend wäre.

Sind die Stollen trocken?

Schneider: Es gab Wasserzufluss in Bad Friedrichshall – wenige Liter pro Minute. Wegen der geringen Mächtigkeit blieb zu wenig Salz stehen. Zusammen mit dem nicht lukrativen Abbau der dünnen Schicht, war das Anlass für die Einstellung des dortigen Bergbaus 1994.

Seit Mitte der 90er werden in der Grube Kochendorf Reststoffe eingelagert. Drohen da langfristig Probleme?

Schneider: Es kann kein Wasser mehr eindringen. Wir haben einen Langzeitsicherheitsnachweis, der uns die Stabilität der Grube Kochendorf bestätigt. In zwei bis drei Jahren sind die Stollen verfüllt. Dann ist da eh kein Platz mehr.

Doch als Standort für radioaktive Abfälle bleiben Sie im Gespräch?

Schneider: Es vergeht kein halbes Jahr, in dem nicht, von wem auch immer, nachgefragt wird, ob wir es tun wollen. Unsere Antwort ist immer dieselbe: Wir haben uns noch nie mit dem Gedanken getragen, radioaktive Abfälle einzulagern, es besteht kein Wunsch und kein Wille, in diese Richtung aktiv zu werden. Als Fachleute wissen wir, dass der Standort dafür nicht geeignet ist.



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