Deutsche Weinprinzessin kommt aus Württemberg

Mainz  Die 67. Deutsche Weinkönigin heißt Lena Endesfelder und kommt von der Mosel. Die Württemberger Weinkönigin Mara Walz wird Weinprinzessin. Auch Minister Peter Hauk gratuliert.

Lena Endesfelder von der Mosel (Mitte) ist neue Weinkönigin. Mara Walz (links) aus Vaihingen/Enz und Christina Schneider aus Franken dürfen den Titel Weinprinzessin tragen. Foto: Deutsches Weininstitut

Lena Endesfelder von der Mosel wurde am Freitagabend zur neuen Weinkönigin gekrönt. Die 23-Jährige gab bei der Wahlshow in der Mainzer Rheingoldhalle unter insgesamt sechs Finalistinnen die beste Figur ab. So sah es zumindest eine 70-köpfige Expertenjury.

Die Württemberger Weinkönigin Mara Walz (25) verfehlte die Krone nur knapp. Sie darf aber neben Christina Schneider aus Franken immerhin den Titel Weinprinzessin tragen.

Mara Walz stammt aus Vaihingen-Ensingen. Im Zivilberuf arbeitet die Bachelor-Absolventin für Weinbau und Oenologie im familieneigenen Weingut.  

In der rund zweistündigen Wahlshow schien sie lange die Nase vorne zu haben. Fachfragen löste sie perfekt. Sie zeigte sich auch eloquent und witzig. Allein in der Schlussrunde kam ihre Botschaft nicht so gut rüber, meinten Beobachter.

Lena Endesfelder beeindruckte vor allem durch eine poetische und sehr persönliche Schlussrede.

Gratulation

"Ich freue mich sehr über die Wahl von Mara Walz zur Deutschen Weinprinzessin. Mit ihr haben wir eine hervorragende Botschafterin für den deutschen Weinbau. Wer sie persönlich kennt weiß, dass sie diese große Herausforderung mit Bravour, dem nötigen Fingerspitzengefühl, vor allem aber von Herzen machen wird", sagte der baden-württembergische Minister für den Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, am Samstag im Nachgang zur Wahl der 68. deutschen Weinkönigin in Mainz.

Mara Walz habe mit großem Fachwissen, Persönlichkeit und Charme die Fachjury überzeugt. Als älteste Tochter einer Winzerfamilie ist sie mit den vielseitigen Aufgaben im Weinbau vertraut. Neben der Arbeit im elterlichen Weingut engagiert sie sich bei der Landjugend und war Gründungsmitglied der Jungwinzervereinigung „Wein.Im.Puls – Junges Württemberg“.

„Nachdem im letzten Jahr Josefine Schlumberger aus Baden die Wahl für sich entscheiden konnte, bin ich sehr stolz, dass in diesem Jahr die Krone der Prinzessin nach Württemberg geht“, so der Minister.

Neue Weinprinzessin ist zugleich Botschafterin für das Genießerland

Der Weinbau ist in Baden-Württemberg ein bedeutendes Wirtschafts- und Kulturgut und ist eng mit der Landeskultur verwurzelt. "Wein ist ein Kulturgut, zu dessen Herstellung viel Kompetenz, Geschick und Erfahrung benötigt wird. Unsere Weine sind weit über die Region hinaus für ihre Qualität und regionale Typizität bekannt. Mit rund 28.000 Hektar Rebfläche stehen fast 30 Prozent aller Reben Deutschlands in Baden-Württemberg. Die Krönung von Mara Walz zur Deutschen Weinprinzessin ist eine große Auszeichnung und eine hervorragende Werbung für den Weinbau sowie für den Tourismus im ganzen Land", sagte der Minister.

Hintergrund

Bei der Wahl der Deutschen Weinkönigin stellen sich die Gebietsweinköniginnen der 13 deutschen Anbaugebiete einem anspruchsvollem Auswahlverfahren. Neben dem Fachwissen zählen auch Qualifikationen wie Sprachkenntnisse oder der persönliche Auftritt eine Rolle.

Nach dem Vorentscheid am 24. September standen am 30. September 2016 die Weinköniginnen der Anbaugebiete Franken, Mosel, Nahe, Hessische Bergstraße, Rheingau und eben Württemberg im Finale zur Wahl der 68. Deutschen Weinkönigin 2016/2017 in Mainz. Die zwei Deutschen Weinprinzessin unterstützen die Weinkönigin in ihrer Amtszeit.

Die neue Deutsche Weinkönigin heißt wie berichtet Lena Endesfelder und kommt von der Mosel. Neben Mara Walz aus Württemberg fungiert Christina Schneider aus Franken als Prinzessin.

Strahlend und unter lautstarkem Jubel nahm Lena Endesfelder aus Mehring die Krone und zahlreiche Glückwünsche entgegen. Überzeugend und kompetent präsentierte sich die 23-jährige Winzerin bereits im Vorentscheid, charmant und schlagfertig war ihr Auftreten im äußerst spannenden Finale. Damit überzeugte sie die Fachjury und gewann die Sympathien der rund 1300 Zuschauer in der Mainzer Rheingoldhalle. Im Auftrag des Deutschen Weininstituts (DWI) wird Lena Endesfelder nun als 68. Deutsche Weinkönigin ein Jahr lang auf über 200 Terminen im In- und Ausland als Botschafterin für den deutschen Wein unterwegs sein.

„Ich bin einfach nur überglücklich“, jubelte die frisch gekürte Weinkönigin unmittelbar nach der Wahl. „Ich genieße den Moment und freue mich auf ein spannendes und ereignisreiches Jahr im Dienst der deutschen Weinwirtschaft“, sagte Lena Endesfelder, die das Studium Bachelor of Science Weinbau und Oenologie in Geisenheim bereits erfolgreich abgeschlossen hat und seither gemeinsam mit Mutter und Schwester das eigene Weingut in Mehring bewirtschaftet.

Spielrunden

Mit ihren ausgesprochen guten weinsensorischen, rhetorischen und kommunikativen Fähigkeiten setzte sich die Kandidatin von der Mosel in mehreren Spielrunden gegen ihre fünf Mitbewerberinnen durch. Vor laufenden Kameras mussten sie beispielsweise in einer verdeckten Weinprobe die Rebsorte erkennen und dem richtigen Anbaugebiet zuordnen. In der Raterunde „Was bin ich“ galt es, mit geschickten Fragen weinbezogene Berufe herauszufinden und bei „Dingsda“ die richtigen Weinbegriffe zu erkennen, die von Kindern beschrieben wurden. Lena Endesfelder blieb dabei sehr locker, punktete mit ihrer souveränen Art und Kompetenz. Auch ihre einminütige Rede zum Thema „Weinvermarktung in China - vier Helfer für das DWI“, in die sie spontan die vier Persönlichkeiten Sepp Blatter, Papst Benedikt, David. Cameron und Stefan Raab einbauen musste, gelang ihr ganz hervorragend. Fröhlich und humorvoll hat Lena ihre letzte Aufgabe gelöst, in der Sie einen Brief an sich selbst schreiben und dem Publikum vortragen musste.

Nach sieben Jahren geht die höchste deutsche Weinkrone damit wieder an die Mosel, und Lena Endesfelder darf sich auf einen rauschenden Empfang in ihrem Heimatort Mehring freuen.

Freudig schaut auch die Württembergerin Mara Walz auf das vor ihr liegende Amtsjahr als Deutsche Weinprinzessin. Die 23jährige hat ihr Duales Studium für Weinbau & Oenologie in Neustadt bereits abgeschlossen und wird nun statt im elterlichen Weingut vor allem „am modernen Bild des Weinlands Deutschland“ arbeiten.

Glücklich zeigte sich zudem Christina Schneider aus Franken nach ihrer Krönung. „Ich kann noch gar nicht glauben, was hier gerade passiert“, sagte die 22jährige, die nach ihrem Bachelor der Psychologie den Master-Abschluss der Psychologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg anstrebt. Dies wird sie nun sicher gerne ein Jahr zurückstellen, um sich als Deutsche Weinprinzessin in den Dienst der Weine aus den 13 Anbaugebieten zu stellen. red/kra

 


Dieses Kandidatinnen hatten es in die Endrunde geschafft:

MARA WALZ (Württemberg): Als älteste Tochter einer Winzerfamilie in Vaihingen übernahm die 25-Jährige schnell Aufgaben im Weinberg. Zwei Semester studierte sie Weinbetriebswirtschaft an der Hochschule Heilbronn - doch war ihr das „zu weit weg vom Weinberg“. Deswegen schloss sie eine Ausbildung zur Winzerin und ein Studium für Weinbau und Önologie in Neustadt an. Heute, so schreibt sie, kenne sie keine Langeweile: Sie hilft beim Entlauben, Trauben teilen, Füllvorbereitung im Keller und Planungen von Veranstaltungen.

 

 

ANJA ANTES (Hessische Bergstraße): Die 26-Jährige aus Heppenheim hat Weinbau und Önologie studiert. Heute bewirtschaftet sie als Winzerin mit ihrem Freund nicht nur 45 Hektar, sondern klont im Familienbetrieb als Rebveredlerin jedes Jahr 1,4 Millionen Reben von mehr als 400 Sorten. Sie ist Mitgründerin der Jungwinzerinnengruppe Vinas und Mitglied der Generation Riesling, einem Netzwerk von international ausgerichteten Winzern. Als Gebietsweinkönigin freut sie sich, viele „sympathische Menschen“ kennengelernt zu haben.

 

LENA ENDESFELDER (Mosel): Die 23 Jahre alte Winzerin führt den Familienbetrieb in Mehring zusammen mit Mutter und Schwester in dritter Generation. Endesfelder hat gerade ihr Studium in Weinbau und Önologie abgeschlossen und kann mehrere Fremdsprachen. Sie kümmert sich vor allem um die Vinifizierung und Bewirtschaftung der Weinberge. „Als Winzerin gehöre ich zu den wenigen Berufsgruppen, die sowohl den Rohstoff produzieren als auch das fertige Produkt und es letztlich verkaufen“, beschreibt sie die Leidenschaft zu ihrem Beruf.

 

LOUISA FOLLRICH (Rheingau): Die 22-Jährige aus Hattenheim stammt nicht aus einer Winzerfamilie - studiert nun aber internationale Weinwirtschaft in Geisenheim. Über Jahre jobbte sie bei einem benachbarten Wein- und Sektgut, das nun ihr Patenweingut ist, und absolvierte ein Praktikum bei einer Weinmanufaktur. Ihre Leidenschaft sei der Sekt, sagte sie beim Vorentscheid. Den kann sie auch mit dem Säbel köpfen. Neben Englisch beherrscht sie auf der Bühne auch Gebärdensprache.

 

CLARISSA PEITZ (Nahe): Die Studentin im dualen Studiengang Industriekauffrau und Betriebswirtschaftslehre bei Boehringer Ingelheim ist mit 21 Jahren die jüngste im Finale. In Zukunft möchte sie zusammen mit ihrer jüngeren Schwester in fünfter Generation den Familienbetrieb mit knapp 20 Hektar Rebfläche in Wallhausen weiterführen. Dabei werde das Studium helfen, ist sie überzeugt, um „in puncto Marketing, Vertrieb und Marktforschung mal einen ganz anderen Blick auf die Dinge zu bekommen“.

 

CHRISTINA SCHNEIDER (Franken): Die 22-Jährige ist in einer Winzerfamilie in Nordheim am Main aufgewachsen - und schon als Vierjährige malte sie sich mit einem Weinglas in der Hand und einer Krone auf dem Kopf. Dazu schrieb sie: „Wenn ich groß bin, werde ich Weinprinzessin, dann Weinkönigin und dann Mutter.“ Nun aber studiert sie Psychologie. Das passe sehr gut zusammen, vor allem in der Verkaufspsychologie, wenn es um die Gestaltung des Etiketts gehe oder die Erstellung des Sortiments, sagte sie in einem Interview.