Chance für die Frankenbahn

Region Heilbronn - Die seit langem in der Region geforderte Ertüchtigung der Frankenbahn von Heilbronn nach Würzburg ist deutlich preiswerter möglich als gedacht. Dies sagt eine neue Machbarkeitsstudie, die von 15 Millionen Euro ausgeht. Vor zwei Jahren lag die Schätzung bei 30 Millionen Euro.

Frankenbahn

Region Heilbronn - Die seit langem in der Region geforderte Ertüchtigung der Frankenbahn von Heilbronn nach Würzburg ist deutlich preiswerter möglich als gedacht. Dies sagt eine neue Machbarkeitsstudie, die von 15 Millionen Euro ausgeht. Vor zwei Jahren lag die Schätzung bei 30 Millionen Euro.

„Jetzt liegen die vor fast zwei Jahren geforderten verlässlichen Grundlagen zur Ertüchtigung der Frankenbahn auf dem Tisch. Bahn AG und Land haben nun die Aufgabe, den Anschluss der Region an den ICE-Knoten Würzburg deutlich zu verbessern“, sagte der Heilbronner Landrat Detlef Piepenburg.

Runder Tisch

In seiner Funktion als Koordinator der Region für die Streckenertüchtigung der Frankenbahn hatte er am Montag Verkehrsstaatssekretär Rudolf Köberle, Wirtschaftsstaatssekretär Richard Drautz, Bundes- und Landtagsabgeordnete, Heilbronns Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach, die Landräte Dr. Achim Brötel (Neckar-Odenwald) und Reinhard Frank (Main-Tauber), Vertreter der Wirtschaft sowie der Deutschen Bahn AG zum zweiten Runden Tisch ins Landratsamt eingeladen, um die Machbarkeitsstudie vorzustellen, die vor Jahresfrist für die Region Heilbronn-Franken bei der Mailänder Ingenieur Consult GmbH und der Rail Management Consultants GmbH in Auftrag gegebenen worden war.

Das Gutachten beschreibt Möglichkeiten unter anderem zur Fahrzeitreduzierung, zur Verbesserung der Anschlusssicherheit im Fernverkehrsknoten Würzburg. Die Expertise sagt zudem, dass der Ein-Stunden-Takt der Regionalexpresse zwischen Heilbronn und Würzburg sowie der Regionalbahnen zwischen Bad Friedrichshall/Jagstfeld und Osterburken sowie zwischen Osterburken und Lauda trotz des nur eingleisigen Streckenabschnitts zwischen Möckmühl und Züttlingen möglich ist. Allerdings seien noch Detailfragen zu klären.

„Die Region hat ihre Hausaufgaben gemacht und ist mit der Finanzierung der Machbarkeitsstudie in Vorleistung getreten“, betont Landrat Piepenburg. Er forderte die Deutsche Bahn AG und das Land auf, „die vom Gutachter empfohlenen Maßnahmen schnellstmöglich umzusetzen, den Ein-Stunden-Takt einzuführen und auch modernes Wagenmaterial einzusetzen“.

Das Gutachten gebe eine Marschrichtung vor, an die man sich halten könne, sagte Staatssekretär Köberle. Dass eine zweigleisige Brücke zwischen Züttlingen und Möckmühl nicht erforderlich sei, bezeichnete Köberle als „Überraschung“. Für die Verbesserungen sei aber unter anderem auch ein neuer Verkehrsvertrag notwendig. Der bestehende laufe noch bis 2016. „Ich versichere, dass wir dann alles daran setzen werden, um die Verkehrsverhältnisse weiter zu verbessern“, so Köberle.

Meilenstein

Karl Reinhardt, Vorsitzender der Bürgerinitiative 780 Frankenbahn bezeichnete die Studie als „Meilenstein“. „Das Land kann sich jetzt keine Ausrede mehr leisten.“ Der Vorsitzende der Initiative betonte, dass die in der Studie vorgestellten Verbesserungen bereits 2013 realisiert werden könnten. „Uns war von Anfang klar, dass die Frankenbahn mehr Züge verträgt“, sagte Reinhardt.

Die Teilnehmer des Runden Tisches drängen jetzt darauf, dass als nächstes zeitnahe Umsetzungsschritte und die Finanzierung festgelegt werden. Dies soll noch in diesem Jahr geschehen. kal/wom /red