Castor-Transport-Tests auf dem Neckar beginnen

Obrigheim  Seit Montagnachmittag probt der Energieversorger EnBW das Verladen und Verschiffen von Castoren zwischen Obrigheim und Neckarwestheim. Zunächst transportiert der Schubverband leere Castoren.

Von Reto Bosch

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Die EnBW hat am Montagnachmittag mit Tests für den Ernstfall begonnen. Unter großem Medieninteresse wurden in Obrigheim leere Castorbehälter auf ein Schubschiff verladen. Dabei wurden die Hänger mit den Castoren über eine Rampe auf das Schiff geschoben.

Das Karlsruher Unternehmen will mit dem Test sicherstellen, dass 342 hochradioaktive Brennelemente von Obrigheim nach Neckarwestheim transportiert werden können. Nach dem Beladen wird der Schubverband 50 Flusskilometer zum GKN-Gelände noch Neckarwestheim fahren. Dort wird das Schiff erst ent- dann wieder beladen, bevor es auf den Rückweg nach Obrigheim geht. 

Noch keine Genehmigung für den Ernstfall

Eine Transportgenehmigung für den Ernstfall liegt der EnBW Kernkraft GmbH (EnKK) nicht vor. Das sagte Geschäftsführer Jörg Michels. Sie will auf den Bau eines Zwischenlagers in Obrigheim verzichten und Kapazitäten in Neckarwestheim nutzen. Diese Pläne finden die Unterstützung des Landesumweltministeriums, stoßen aber auf Ablehnung bei Atomkraftgegnern. Die Tests werden mehrere Tage dauern, wann die Transporte der bestrahlten Brennelemente stattfinden, steht noch nicht fest.

Die Castoren wiegen leer 96 Tonnen, mit Brennelementen sind es 107 Tonnen. Michels betonte heute Nachmittag, dass die Konstruktion des Schubverbands sowie seine technischen Einrichtungen "ein Sinken praktisch unmöglich" machen. Die Castoren selbst hätten in Tests nachgewiesen, dass sie auch unter extremen Bedingungen sicher sind.  "Der Schutz von Mensch und Umwelt steht für die EnBW an erster Stelle", versicherte Michels. 

Schutz vom Wasser, vom Ufer und aus der Luft

Thomas Mürder, Präsident des für die Transportsicherung zuständigen Polizeipräsidiums Göppingen, wies darauf hin, dass der Schubverband auf dem Wasser, aber auch vom Ufer und aus der Luft geschützt wird. Mürder hält den Neckar für einen "sehr sicheren" Transportweg.