Bleichinselbrücke geht in Betrieb

Heilbronn  Die neue Bleichinselbrücke wird für den Verkehr freigegeben. Ab 9. November wird dann die Karl-Nägele-Brücke gesperrt.

Von unserem Redakteur Joachim Friedl

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Am Montag, 2. November, wird gegen 8.30 Uhr nach 15-monatiger Bauzeit die neue Bleichinselbrücke über den Altneckar in Heilbronn freigegeben. Der Verkehr rollt dann über die provisorische, zweispurige Kalistraße und bis zum 8. November auch noch über die Karl-Nägele-Brücke und die Fügerstraße Richtung Innenstadt.

Ab Montag, 9. November, wird die Nägele-Brücke dann bis Mitte 2017 für den Verkehr gesperrt. Die Kosten für die 90 Meter lange und 23 Meter breite neue Bleichinselbrücke belaufen sich auf 8,5 Millionen Euro. Das Land Baden-Württemberg beteiligt sich an den Aufwendungen mit 3,7 Millionen Euro.

Erleichterung

"Wir halten nicht nur den Kostenrahmen ein, sondern liegen auch voll in unserem eng getakteten Zeitplan", zeigte sich Baubürgermeister Wilfried Hajek am Freitagmittag auf der Baustelle "total erleichtert". Kein Wunder, hatte er doch aus finanziellen Gründen auf den Bau einer Behelfsbrücke verzichtet und ist damit das Risiko eines Zeitverzugs eingegangen: "Wir hatten mit dem Wetter auch Glück", gab er zu. Die Behelfsbrücke hätte 1,4 Millionen Euro gekostet. Geld, das für die Stadt verloren gewesen wäre.

Hauptzugang

Begeistert von der neuen Bleichinselbrücke ist Hanspeter Faas. Der Geschäftsführer der Bundesgartenschau GmbH ging am Freitag fast schon inflationär mit Eigenschaften wie "elegant", "filigran" und "stilvoll" um. Beim Anblick des leicht gewölbten Brückengeländers schwärmte Faas: "Vom Feinsten." 2019 ist die Stahlbetonbrücke dann für 173 Tage ein Hauptzugang zur Buga. Verkehrsfrei, da die Kalistraße bis dahin zurückgebaut ist und die Kranenstraße für den Durchgangsverkehr gesperrt wird.

"Toll" finden Hajek und Faas, wie großzügig die Landschaft unter der Brücke hindurchläuft". Deshalb werden die V-förmigen Stützen im Bereich der Uferzonen mit LED-Leuchten angestrahlt. Überlegt wird zudem, die Fläche unter der Brücke zu begrünen. "Das ist aus gärtnerischer Sicht überhaupt keine Herausforderung", sagte Faas.

"Obwohl der Verkehr ab Montag über die neue Brücke rollt, sind die Arbeiten noch nicht beendet", erklärte Jochen Bindnagel vom Amt für Straßenwesen. Er ist für die zeitliche Punktlandung verantwortlich. Neben Beschichtungsarbeiten werden unter der Brücke bis Mitte 2016 die hier verlaufenden Gas-, Wasser-, Strom- und Kommunikationsleitungen verkleidet.

Voraussichtlich ab 11. Januar 2016 wird die alte Bleichinselbrücke, die aus dem Jahre 1956 stammt, konventionell mit Brech- und Schneidbaggern abgebrochen. Dafür wird eigens unter der Brücke ein Traggerüst montiert. Die Kosten belaufen sich auf 900.000 Euro.

Großbaustelle

Um den Verkehr der B39 in Zukunft flüssig zu halten, wird ab dem 9. November die Karl-Nägele-Brücke, die Füger- und Weipertstraße sowie der Europaplatz wie berichtet bis Juni 2017 umfangreich umgebaut. So wird die Nägele-Brücke vierspurig, der Kreisel an der Füger-, Daimler- und Edisonstraße zur ampelgeregelten Kreuzung und die Weipertstraße verbreitert. Linksabbiegen von der Füger- in die Weipertstraße ist dann nicht mehr möglich.

An der Nägele-Brücke entsteht zudem eine Vorlandbrücke, die den Bau eines Geh- und Radwegs ermöglicht, der das Buga-Gelände mit dem Zukunftspark Wohlgelegen verbindet. Das Land fördert diese 22-Millionen-Euro-Maßnahme mit 6,3 Millionen Euro.