Am Mittwoch sollen Castoren starten

Region  Der umstrittene Schiffstransport von hochradioaktiven Brennelementen auf dem Neckar soll in der kommenden Woche beginnen. Das Schiff wird wohl am Montag ohne Brennelemente in Neckarwestheim ablegen und Richtung Obrigheim fahren.

Von Reto Bosch und dpa

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Bereits im Februar wurde der Leichter „Lastdrager 40“ vom Schubschiff Edda auf dem Neckar bei Lauffen in Richtung Neckarwestheim gezogen. Foto: Reto Bosch

Nach Informationen der "Deutschen Presse-Agentur" und der Heilbronner Stimme startet der mit den ersten drei Behältern beladene Schubverband am Mittwoch in Obrigheim. Das Schiff lege nach aktuellen Plänen am kommenden Montag in Neckarwestheim ab und fahre die etwa 50 Kilometer zum stillgelegten Kernkraftwerk Obrigheim (KWO), verlautete aus Sicherheitskreisen.

Tags darauf würden die Castor-Behälter auf das Schiff verladen. Über eine spezielle Rampe können die drei Anhänger mit den rund 107 Tonnen schweren Behältern auf das Schiff rollen. Dieses Verfahren hat die EnBW bereits getestet. Eine ähnliche Rampe wurde auch in neckarwestheim gebaut.

Bleibe es bei den Plänen, lege das Schiff mit ausgedienten Brennelementen an Bord am Mittwoch Richtung Neckarwestheim ab. Für die Fahrt zum dortigen GKN-Zwischenlager seien bis zu 14 Stunden veranschlagt. Am Donnerstag würden die Castoren in Neckarwestheim abgeladen.

Keine offizielle Bestätigung

Insgesamt sind fünf Transporte geplant. Offiziell wollte keiner der Beteiligten die Termine bestätigen. Atomkraftgegner haben Proteste an der Strecke mit Schwerpunkt in Gundelsheim und in Heilbronn angekündigt. Im Interview mit der Heilbronner Stimme hatte die Polizei angekündigt, hunderte Beamte und Hubschrauber mit Wärmebildkameras einzusetzen.

Wegen dieser Transporte auf dem Neckar weist die Polizei auf das bestehende Bade- und Schwimmverbot hin, das sich aus der sogenannten Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung ableitet. Danach ist das Schwimmen und Baden in Schleusenbereichen, im Arbeitsbereich von schwimmenden Geräten, an durch Verbotsschild gekennzeichneten Stellen und im Bereich bis zu 100 Meter ober- und unterhalb einer Brücke oder eines Wehres grundsätzlich verboten.

Diese Anordnung bekomme mit Blick auf die Castor-Transporte und zu erwartende Proteste besondere Bedeutung. Die Polizei macht zum einen auf die Gefahr durch Strömungen aufmerksam, kündigt in einer Pressemitteilung an, Zuwiderhandlungen zu ahnden. 

 

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