Neue Interessenten nach Aus für Swinger-Hotel

Haßmersheim - Es sind erst zwei Wochen vergangen, seit der Gemeinderat gegen eine Zukunft für das Projekt Swinger-Hotel entschieden hat. Jetzt gibt es neue Interessenten.

Von Adrian Hoffmann

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Haßmersheim - Es sind erst zwei Wochen vergangen, seit der Gemeinderat gegen eine Zukunft für das Projekt Swinger-Hotel entschieden hat. Und Hartmut Witte, Besitzer der alten Mälzerei, pflegt bereits Kontakt zu neuen Interessenten. Um was es dabei gehen könnte, will er allerdings noch nicht verraten. Fakt ist: Es gibt Gespräche und Besichtigungstermine. Dass vielleicht ein Biomassekraftwerk aus der Industriebrache entstehen könnte, ist laut Witte längst vom Tisch.

Initiative gefordert

Hartmut Witte ist noch immer etwas angekratzt von der ablehnenden Haltung des Gemeinderats bei der Entscheidung gegen das heiß und lange diskutierte Swinger-Projekt. „Ich respektiere die Entscheidung des Gemeinderats“, sagt er, „auch wenn sie meines Erachtens aus wirtschaftlicher Betrachtung zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Falsche war.“ Es sei leicht, immer wieder zu Vorschlägen Nein zu sagen, aber er erwarte auch ein Stück weit Initiative von Verwaltung und Gemeinderat – weil die Zukunft der Mälzerei für die Entwicklung Haßmersheims von Interesse sei. „Ich will versuchen, die Gemeinde in die Pflicht zu nehmen.“

Bürgermeister Marcus Dietrich reagiert auf dieses Anliegen prompt. Er habe Verständnis für die Enttäuschung des Mälzerei-Besitzers. Witte habe in das gescheiterte Projekt viel Zeit und Liebe gesteckt, deshalb sei die Verwaltung auch bereit, ihn zu unterstützten. „Weil wir dem Projekt Swinger-Hotel jetzt eine Abfuhr erteilt haben, stehen wir in der Verantwortung“, erklärt Marcus Dietrich.

Es soll einen Runden Tisch geben, und zwar schon in den nächsten Wochen – am 18. oder 19. November. Dieser Termin wird öffentlich sein, Bürger sind eingeladen. Thema wird sein, welche Alternativen es für die alte Mälzerei gibt, die auch „finanziell tragbar“ sind. Ob das letztlich von Erfolg gekrönt werde, wisse er nicht, so Dietrich. Aber einen Versuch sei es wert.

Seit einigen Jahren sucht Hartmut Witte nun bereits nach einem Investor. Eine vielversprechende Option war für ihn immer, aus der Mälzerei ein Hotel zu machen. Doch offenbar scheuen sich Menschen mit dem nötigen Kleingeld davor, in die Industriebrache zu investieren: Das Risiko ist ihnen zu groß. Hartmut Witte kennt diese Problematik nur zu gut, verweist aber auf Abschreibungen, die bei der Renovierung eines Gebäudes unter Denkmalschutz für zehn Jahre möglich sind. „Das sind immerhin zehn Prozent, und das jedes Jahr“, sagt er.

Fan der Mälzerei

Ideen hätte Witte nach wie vor. Zum Beispiel, die alte Malzfabrik zu einem Mehrgenerationenhaus umzubauen. „Ich als Eigentümer bin offen für alles“, sagt Hartmut Witte, „ob Vermieten, Verpachten oder Verkaufen – auch als Teileigentum.“

Einer der größten Fans der alten Malzfabrik kommt aus Haßmersheim. Heinz Hidasi geht täglich aus und ein und schaut , ob alles in Ordnung ist. „Ich habe mich in das Gebäude verliebt“, sagt er und lacht. Der HartzIV-Empfänger würde am liebsten gleich einziehen, in einen Raum im rechten Flügel. Eine Gas-Heizung hat er auch. „Ich bräuchte nur noch einen Stromanschluss“, sagt er, „dann wäre ich glücklich.“




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