84,7 Prozent für Piepenburg

Region  Neckarsulm - Detlef Piepenburg bleibt Heilbronner Landrat. Für den 57-jährigen Juristen stimmten am Montagnachmittag 84,7 Prozent der Kreisräte. Einen Gegenkandidaten gab es nicht.

Von Reto Bosch

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Mit 84,7 Prozent der Stimmen wieder gewählt: Landrat Detlef Piepenburg (rechts), Ehefrau Anke und Kreisrat Dieter Böhringer.
Neckarsulm - Detlef Piepenburg bleibt Heilbronner Landrat. Der 57-jährige Jurist erhielt 61 von 72 gültigen Stimmen. Einen Gegenkandidaten gab es nicht. "Das ist ein toller Rückhalt für mich", sagte er. Für Dieter Böhringer, Fraktionschef der CDU, sind die knapp 85 Prozent ein "überzeugendes Ergebnis". Wer acht Jahre lang Entscheidungen treffen müsse, könne nicht jeden zufriedenstellen, sagte Böhringer, der auch für FDP/FWV, SPD und Grüne sprach. Piepenburg sei ein erfahrener Netzwerker, der viel für den Landkreis erreicht habe.

Rückblick

Vor der geheimen Wahl warb Piepenburg um die Stimmen der Kreisräte. Er wies auf das gute Zusammenwirken von Verwaltung und Gremium hin. "Wir haben eine überaus konstruktive Zusammenarbeit über alle Fraktionsgrenzen hinweg." Um diesen Kreistag beneide ihn mancher Kollege.

Der Landrat beleuchtete die großen Aufgaben. Mit Blick auf die Krankenhäuser sagte er: "War die Vergangenheit durch eine faktische Konkurrenzsituation zwischen Stadt- und Landkreiskliniken geprägt, so habe ich mit großer Vehemenz daran gearbeitet, eine neue Entwicklung einzuleiten." Piepenburg verwies auf die knapp 300 Millionen Euro teuren Neubauten und darauf, dass der Verbund vergleichsweise gute Zahlen erwirtschaftet. "Trotz schwierigster Rahmenbedingungen wird an den Häusern Brackenheim und Möckmühl nicht gerüttelt." Ein anderes wichtiges Thema sei die Mobilität. Der Kreis habe den Busverkehr ausgebaut, die Stadtbahn erweitert.

Vor acht Jahren haben, so der Landrat, noch viele Menschen dem Tourismus in der Region wenig Chancen gegeben. "Wir haben dennoch 2006 unsere TG Heilbronner Land gegründet." Dieses Engagement lohne sich, schließlich gehe es um 10.000 Arbeitsplätze und mehr als 300 Millionen Euro Umsatz pro Jahr. Eine besondere Verantwortung habe der Kreis auch als Schulträger. Es werde nötig sein, die Schulen auf dem modernsten Stand zu halten.

Eine wichtige Aufgabe übernimmt der Landkreis im Sozialbereich. "In den vergangen acht Jahren haben wir allein für die Sozial- und Jugendhilfe knapp eine Milliarde Euro aufgewendet." Insgesamt seien zwischen 2005 und 2012 125 Millionen Euro in die Infrastruktur investiert worden. "Als ich meine Arbeit aufnahm, hatten wir eine Verschuldung von rund 52 Millionen Euro. Zum Jahresende 2012 waren es etwas mehr als 40 Millionen." Der Landkreis sei stark genug, die Investitionen zu stemmen. Ziel sei, die Verschuldung so zu steuern, dass sie tragbar bleibt.

Welche weiteren Ziele formulierte Piepenburg? Er will die begonnenen Großprojekte vollenden. Herausforderungen gebe es im Gesundheitswesen und im Nahverkehr. "Vor uns liegen europaweite Ausschreibungen der Müllabfuhr und der Entsorgung." Beim Thema Energie und Klimaschutz wolle der Kreis mit der neu besetzten Projektleiterstelle wichtige Impulse geben.

Der Linke Johannes Müllerschön legte einen Fragenkatalog vor. "Ich gebe Ihnen noch eine Chance, mich für eine Stimmabgabe zu überzeugen." Ansonsten werde er aus politischen Gründen nicht zustimmen. Ihm ging es unter anderem um Zabergäubahn und Mindestlohn.


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