Zeichen der Verbundenheit

Neckarsulm - Shizukuishi hat Glück gehabt. Natürlich gibt es auch hier Zerstörungen durch das Erdbeben, doch die halten sich in Grenzen. Der Tsunami ist nicht bis in die 20 000-Einwohner-Stadt in der japanischen Präfektur Iwate gedrungen.

Von Stefanie Pfäffle

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Neckarsulm - Shizukuishi hat Glück gehabt. Natürlich gibt es auch hier Zerstörungen durch das Erdbeben, doch die halten sich in Grenzen. Der Tsunami ist nicht bis in die 20 000-Einwohner-Stadt in der japanischen Präfektur Iwate gedrungen. "Shizukuishi muss nicht geholfen werden, aber die Bewohner dort haben viele Kontakte in die vollkommen zerstörte Küstenregion und diese wollen wir nutzen, um den Schulen dort zu helfen", erklärt Julius Würz.

Der Lehrer der Hermann-Greiner Realschule Neckarsulm (HGRS) hatte den Austausch mit der Senior High School in Shizukuishi ins Leben gerufen. Jetzt rücken alle Schulen, Bildungs- und Kultureinrichtungen der Stadt zur Japanhilfe Neckarsulm unter dem Motto "Schulen helfen Schulen" zusammen.

1998 begann der Austausch mit Japan und dem Hohenstaufengymnasium Bad Wimpfen. Als er einzuschlafen drohte, wurde die Partnerschaft auf die HGRS und das Albert-Schweitzer-Gymnasium (ASG) übertragen.

Spenden

Ergriffen von den Ereignissen in der Ferne sind die Schulen auf die Stadtverwaltung zugekommen und wollen nun bis Weihnachten so viele Spenden wie möglich sammeln. "Über die internationale Austauschorganisation vor Ort werden besonders betroffene Schulen ausgewählt", erläutert Würz. Die Stadt stellte bereits die ersten 500 Euro auf dem Spendenkonto, das über den HGRS-Förderverein läuft, bereit, aber auch die Schüler haben in der Kürze der Zeit bereits viele Ideen. "Unsere erste Aktion heißt "Unser Euro für Japan", bei der jeder Schüler einen Euro spendet, womit allein schon mal über 900 Euro zusammen kommen", erzählt Jessie Lee Binder, Schülersprecherin der HGRS. Spendenläufe, SMV-Verkäufe und andere Aktionen sollen folgen. Mitschüler Daniel Baumert hat bereits eine Website programmiert, deren Adresse aber noch nicht feststeht. Kunstlehrer Edgar Oser hat das Plakat entworfen.

Von der Euro-Aktion sind sowohl Otto Kühn, stellvertretender Schulleiter der Christian-Schmidt-Schule als auch ASG-Rektor Peter Hutter begeistert. ASG-Schülersprecherin Julia Ingelfinger verkündet außerdem als erste Maßnahme, den Umwelttag, der eigentlich zu Gunsten des Regenwaldes abgehalten werden sollte, nun für Japan zu machen.

Ideenschmiede

Manfred Scheer, Schulleiter der Johannes-Häußler-Schule will bei der Messe Heilbronn werben und die Schülerfirma "Keksdose" möchte aus der Firmenkasse spenden. "Eine Idee ist außerdem Englisch lernen für Japan, dabei sollen alle Schüler 100 zusätzliche Vokabeln lernen und sich dafür Sponsoren suchen." Wolfram Karg, Rektor der Pestalozzi-Schule kündigt vorsichtig an, mit seinen Schülern eine Einpackaktion im Kaufland zu machen und Hans Kriegs, Schulleiter der Grundschule Dahenfeld, verspricht, Holzspielzeug zu basteln und zu verkaufen. Auch in den anderen Schulen läuft die Ideenschmiede bereits auf Hochtouren.