Von Station zu Station

Tag der offenen Tür an Christian-Schmidt-Schule - 2817 Lehrlinge

Von Stefanie Pfäffle

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In den Solarmobilen drehten viele Besucher eine kleine Runde. In dem großen Gebäudekomplex präsentierten die Abteilungen ihre Gerätschaften und Arbeitsmethoden.Foto: Stefanie Pfäffle

Neckarsulm - Zügig arbeitet sich die CNC-Fräsmaschine ihren Weg mit 9000 Umdrehungen pro Minute über den Flaschenöffner. Die drei Buchstaben CSS für Christian-Schmidt-Schule Neckarsulm werden unter dem bräunlichen Kühlschmiermittel nur leicht sichtbar.

"Solche Sachen können unsere Schüler locker selber programmieren", erklärt Elmar Stockhausen, CSS-Abteilungsleiter Maschinenbau, stolz. Was sie sonst noch alles lernen, konnten Besucher gestern beim Tag der offenen Tür anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der technischen Schule Neckarsulm sehen.

In den fünf Abteilungen Maschinenbau (zwei Mal), KfZ, Elektrotechnik und Allgemeinbildung bildet die CSS derzeit 2817 Schüler in Teil- und Vollzeit aus. Alle Betriebe aus dem Landkreis Heilbronn schicken ihre Lehrlinge an die CSS. Kernbereich des Angebots ist die duale Ausbildung. Dazu kommen Techniker- und Meisterschule, einjährige Berufsfachschule und Berufseinstiegsjahr.

Präsentation In dem großen Gebäudekomplex präsentierten die Abteilungen ihre Gerätschaften und Arbeitsmethoden. Lernstationen mit anschließender Kegelbahn bei der Steuerungstechnik und Messgeräte, die sehr genau messen können. "Viele Leute machen sich gar keine Vorstellung von der verlangten Präzision im Technikbereich", betont Stockhausen.

In Lernkooperationen arbeitet die CSS eng mit einigen ausbildenden Betrieben zusammen. Die Ausstellungsstücke sind greifbarer Beweis für eine immer engere Verzahnung. In der Elektrotechnik etwa ist die CSS eine Networking Academy mit dem Internet-Router-Hersteller Cisco Systems. "Unsere Azubis lernen hier, wie man diese Geräte programmiert, dabei kommt es vor allem auf Zugriffsrechte an", erklärt Abteilungsleiter Matthias Walter.

Einen Raum weiter dürfen die Besucher selber mal testen, ob ihnen Windows 7 besser gefällt als der Vorgänger Vista oder ob nicht vielleicht doch Linux die bessere Alternative ist. "Unser Problem ist, wir müssen immer mit der technischen Entwicklung mithalten, und das kostet viel Geld." Ein weiterer Haken der Entwicklung: Allgemeiner Lehrer für Elektrotechnik zu sein, reicht nicht mehr aus, stattdessen werden Fachmänner auf einzelnen Gebieten benötigt, am besten aus der Praxis.

Rüber in den Schweißbereich. Hier legen alle Schweißer ihre alle zwei Jahre vorgeschriebene Prüfung ab. Daneben basteln die KfZ-Mechatroniker an neuen Autos. Überall sind auch hier Computer angeschlossen. "Es hat sich von der Reparatur eindeutig zur Diagnose verlagert", erklärt Walter.

Textsicherheit Die Abteilung Allgemeinbildung versucht sich mit Plakaten zu präsentieren. "Die gehen leicht unter bei soviel Technik, dabei sind Präsentationstechniken und die Fähigkeit, Texte auszuarbeiten, für jeden Beruf wichtig."