Vier Schicksen im Burghof

Bad Friedrichshall Musikschule Unterer Neckar stellte dreitägiges Programm auf die Beine

Von Ute Plückthun

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Verwöhnkur im Bademantel: Mit Vorträgen zum Thema Mann brachten die „Schicksen in the City“ das Publikum schnell zum Lachen.Foto: Ute Plückthun

Bad Friedrichshall - In den vergangenen Jahren hatte sich die Musikschule Unterer Neckar für das Burgfest stets weitere Künstler ins Boot geholt. Doch bei der dritten Auflage des alle zwei Jahre stattfindenden Events starteten die Duttenberger mit einer Neuerung durch: „Wir sind so gut geworden, dass wir eine komplette Eigenproduktion bieten können“ versicherte Musikschulleiter Marco Rogalski schmunzelnd.

Revue In der Tat: Die Musikschule stellte ein umfangreiches Programm auf die Beine - und Burgherrin und Mitorganisatorin Beate Reiß stellte für die dreitägige Festivität den Platz vor ihrem Heim zur Verfügung. Eine Revue mit Feuerwerk, gleich zwei Kindermusicals, ein Symphonic-Project mit Lichtimpressionen und eine Konzertrevue boten Erprobtes und Neues vor der ehemaligen Heuchlinger Fluchtburg.

Während das preisgekrönte Kindermusical „Soli, Thesda und Manuel“ ebenso wie „Prinzessin Lillifee“ bereits erfolgreiche Aufführungen erlebt hatte, kam mit „Schicksen in the City“ unter Regie von Barbara R. Grabowski am Freitagabend eine Revue des AuGus-Theater-Neu-Ulm auf die Bühne, für das die Duttenberger Akteure ein halbes Jahr intensiv geprobt hatten. Mit Tamara Rogalski, Svenja Bleymeyer, Lisa Arnold, Jasmin Kladny und Pascal Reiß kamen „die besten Schüler der Gesangsklassen“ zum Zug. „Für viele ist es der erste Auftritt“, sagte der Musikschulleiter.

In dem Stück testeten die familiengestresste Clio, die wenig damenhafte Monika und die gelangweilte Gundula gemeinsam mit dem charmanten Beautyfarmleiter Harry und dessen fescher Tochter Connie bei Gesprächen im Wellnesstempel die Lachmuskeln der 355 Zuschauer. Mit Schlagern wie „Liebeskummer lohnt sich nicht“, „Cafe Oriental“ oder „Seemann, lass das Träumen“ zogen sie das Publikum schnell auf ihre Seite. Über die „bekannten Lieder von früher“ freute sich Matthias Bernhardt, Ex-Musikschullehrer, ebenso wie über die „großartige Klavierbegleitung“ von Martin Popek.

Herzblut Auch Waltraud John aus Neckarsulm lobte „Engagement und Herzblut“ der Akteure sowie das Ambiente: „Da kann man weit fahren, bis man so was findet.“ Den Burghof will sich Irmela Schreiner „für die Zukunft merken“. Es sei „faszinierend, dass so junge Leute stimmlich schon so gut ausgebildet sind“, so die Beilsteinerin.

Für ein mit 450 begeisterten Zuschauern mehr als volles Haus sorgte auch „The Symphonic Project“ am Samstagabend, das vom Rappenauer Oberbürgermeister Hans-Heribert Blättgen spritzig moderiert wurde. In einem fast dreistündigen Programm waren mit Sinfonieorchester, Vocalensemble, Kinderchören, Percussionensemble und Solisten 120 Musikschüler auf und vor der Bühne. Gelungen war das Experiment, Klassik, Pop, Rock und Jazz zu vereinen: Mit Applaus wurden Lieder wie der Walzer aus Dornröschen, die „Bohemian Rhapsody“, oder „We are the World“ begrüßt. Der Musikverein Biberach ergänzte am Sonntag das Programm, das das Westwood Collegiate beendete. Um Ex-Schülerin Isabel Klaiber einen Besuch abzustatten, legten die Kanadier auf ihrer Europatour mit Symphonie- und Jazzmusik einen Stopp im Burghof ein.