Trotz Verbesserungen gibt es Kritik

Bad Friedrichshall - Die Stadtbahn Nord wird 2012 kommen, die Frankenbahn will ihren Fahrplan zeitnah optimieren: Für die Bad Friedrichshaller Gemeinderäte noch lange kein Grund zu uneingeschränktem Jubel.

Von Ute Plückthun

Trotz Verbesserungen gibt es Kritik
Die Frankenbahn bei Jagstfeld: Kürzere Taktzeiten und häufigerer Stopps an kleineren Bahnhöfen würden sich viele Fahrgäste wünschen.Foto: Ute Plückthun

Bad Friedrichshall - Die Stadtbahn Nord wird 2012 kommen, die Frankenbahn will ihren Fahrplan zeitnah optimieren: Für die Bad Friedrichshaller Gemeinderäte noch lange kein Grund zu uneingeschränktem Jubel. Kritik an den tatsächlichen Verbesserungen der Frankenbahn und Bedenken zu den Kosten der Stadtbahnstrecke wurden laut.

Kenntnisnahme

Zur Kenntnisnahme hatte Bürgermeister Peter Dolderer seinem Gremium die derzeit laufende Entwurfs- und Genehmigungsplanung des Landratsamts Heilbronn zur Stadtbahn vorgelegt. Eine aktuelle Schätzung offenbart, dass die Kosten um fünf Millionen Euro von der ursprünglichen Planung abweichen: War man im Sommer 2008 noch von 57 Millionen Euro für das Projekt Stadtbahn Nord ausgegangen, sind es jetzt 62 Millionen Euro.

Auslöser der Kostenerhöhung ist laut Landratsamt zum einen der aus statischen Gründen notwendige vollständige Neubau der bislang eingleisig vorgesehenen Eisenbahnüberführung in Bad Wimpfen mit zwei Gleisen. Zum anderen sei der neu zu bauende zweigleisige Streckenabschnitt zwischen der Stadtgrenze Heilbronn und dem Bahnhof Neckarsulm mit Kosten steigernden Schwierigkeiten verbunden.

Festschreiben
 
"Die Unwägbarkeiten hätten gleich in den Planungsprozess mit aufgenommen werden sollen", meldete sich Horst Schulz zu Wort. Er plädierte dafür, "die Kosten festzuschreiben, sonst haben wir am Ende ein Fass ohne Boden". Bürgermeister Dolderer gab zu, "dass es unbefriedigend verläuft", versprach dem Gemeinderat jedoch, zur Beschlussfassung "noch vor den Sommerferien geprüfte Zahlen auf dem Tisch" zu haben.

Als "richtigen Weg" und "sehr großen Erfolg" wertete Dolderer die Verhandlungen der Länder Baden-Württemberg und Bayern mit der Deutschen Bahn zur Frankenbahn, die bereits zum Fahrplanwechsel 2010/11 auf der Strecke Heilbronn-Würzburg den Einsatz von Doppelstockwagen an den Wochenenden bringen sollen. Durch den Einsatz von zwei weiteren Zugpaaren ist an Nachmittagen annähernd ein Ein-Stunden-Takt geplant. "Wenn das Regionalexpresse sind, nützt uns das gar nichts", ärgerte sich Silke Ortwein. Kleinere Bahnhöfe wie Untergriesheim, Siglingen oder Züttlingen blieben dann weiter links liegen. Zur Verbesserung des Pendlerverkehrs forderte sie zudem einen Halb-Stunden-Takt.

"Wenn Schüler im Heilbronner Berufsschulzentrum den Unterricht früher verlassen müssen, weil sonst eine Stunde nichts mehr geht, stimmt was nicht", kritisierte Horst Schulz den "guten, aber verbesserungswürdigen Ansatz". Auch Dolderer fand, dass "manches schneller gehen" könnte: "2016 muss die Strecke auf Vordermann sein."