Schwanitz erneut Sportlerin des Jahres

Nckarsulm - 34. Ehrung der Stadt im Kultursaal der Ballei

Von Ute Plückthun

Schwanitz erneut Sportlerin des Jahres
Fleiß, Ausdauer und Disziplin: Stolz präsentieren die erfolgreichen Athleten ihre Goldmedaillen.Foto: Ute Plückthun

Neckarsulm - Höflicher Applaus folgte einem kurzen Moment der überraschten Stille, nachdem Oberbürgermeister Joachim Scholz die Neckarsulmer Sportlerin des Jahres verkündet hatte: Zum vierten Mal wurde Christina Schwanitz der Ehrentitel der Stadt Neckarsulm zuteil.

"Es hätte viele gegeben, die den Preis verdient hätten, es kann aber nur einen Titelträger geben", sagte Scholz und unterstrich sein Verständnis für die gebürtige Sächsin Schwanitz, die nach Unstimmigkeiten mit Coach Peter Ogiolda und erfolgloser Trainersuche in Baden-Württemberg den Entschluss gefasst hatte, der Stadt Neckarsulm im November den Rücken zu kehren. Sie wurde in Dresden fündig, wo sie nun im Wurfkader gemeinsam mit anderen Hochleistungssportlern trainiert.

Förderung

"Es ist nachvollziehbar, wenn jemand da hingeht, wo er besser unterstützt wird", sagte Scholz. Seine Kritik galt dem Land Baden-Württemberg, das sich im Rahmen der Konkurrenzfähigkeit engagierter im Umgang mit Spitzensportlern zeigen sollte: "Es kann nicht sein, dass Baden-Württemberg den Länderfinanzausgleich mitfinanziert und andere mit unseren Mitteln eine bessere Sportförderung betreiben."

"Mehr kann ein Sportler kaum erreichten", lobte Leichtathletikchef Richard Bauder die Kugelstoßerin, die 2001 zum SV Neckarsulm gekommen war und seit 2004 vordere Plätze bei zahlreichen nationalen und internationalen Wettkämpfen belegt hatte. In diesem Jahr wurde sie Erste bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften, Dritte bei den Deutschen Meisterschaften und Zwölfte bei der Weltmeisterschaft in Berlin. 2004, 2005 und 2008 hatten sie die Neckarsulmer zur Sportlerin des Jahres gewählt. War sie einen Tag zuvor während der Vereinsweihnachtsfeier dabei, konnte sie in der Ballei wegen neuer Verpflichtungen nicht anwesend sein.

Insgesamt 108 Sportler wurden in der Ballei ausgezeichnet, 19 davon mit Goldmedaillen. Hatte Scholz bei der Feier 2008 am Barren sein Können zeigen müssen, kam er in diesem Jahr glimpflich davon: Im Ring stellten die Mitglieder der Boxabteilung ihre Fitness bei Seilspringen und erschwerten Liegestützen unter Beweis, zeigten punktgenaue Treffsicherheit bei der sogenannten Pratzenarbeit und Schnelligkeit bei kurzen Schaukämpfen.

Der Oberbürgermeister unterstrich, dass Sport weitaus mehr sei als die Förderung von sportlicher Leistung: "Hier werden Aufgaben übernommen, die teilweise in den Familien nicht mehr wahrgenommen werden." Richtung, Wertmaßstäbe und einen guten Umgang mit Erfolg und Misserfolg würden hier vermitteln. In Bezug auf die jugendliche "Problemgruppe" habe die Stadt erste Kontakte mit der Boxabteilung aufgenommen.

Scholz versprach, 2010 Lösungen für die Fußballer und die Schwimmer zu finden, die zu Recht nach einer Verbesserung ihrer Situation riefen. Die Stadt habe die Sportvereine mit zwei Millionen Euro jährlich unterstützt. "Wir werden das auch im kommenden Jahr in gleicher Weise tun", so der OB.

Gesprächsforum

Der Sportkreisvorsitzende Klaus Ranger zeigte sich aufgrund der demographischen Entwicklung "froh, dass der Prozess der Sportentwicklungsplanung in Neckarsulm begonnen hat". Da 2011 alle örtlichen Vereine mit dem Landeskinderturnfest stark gefordert seien, schlug er als zentrales Gesprächsforum die Gründung eines Neckarsulmer Stadtverbands für Sport vor.