Per Computer zur Bauhistorie

BAd Wimpfen Stauferstadt wurde im denkmalpflegerischen Werteplan erfasst

Von Rudolf Landauer

Per Computer zur Bauhistorie
Mit einem Mausklick erfährt der Leser des Werteplans alles über ein bestimmtes Gebäude, zum Beispiel das Alte Spital.Foto: Rudolf Landauer

Bad Wimpfen - Im Referat Denkmalpflege des Regierungspräsidiums Stuttgart kennt man den denkmalpflegerischen Wert der historischen Altstadt Bad Wimpfens genau. In der Behörde ist jetzt ein Konzept geschaffen worden, um der städtebaulichen Denkmalpflege und den jeweiligen Kommunen ein modernes Planungsinstrument an die Hand zu geben. Im Landkreis Heilbronn wurden erstmals Bad Wimpfen und Eppingen im so genannten denkmalpflegerischen Werteplan erfasst.

Wie der Autor und Verfasser des Systems im Regierungspräsidium, Dr. Martin Hahn, bei der Übergabe des Werteplans im Wimpfener Rathaus feststellte, fiel die Wahl auf die Stauferstadt, weil die Kommune einer der am besten erhaltenen historischen Stadtkerne Süddeutschlands besitze. „Das bauliche Erbe vieler Jahrhunderte ist in so eindrucksvoller Weise bewahrt, dass sich hier Stadtbau- und Architekturgeschichte fast wie im Lehrbuch erkennen und vermitteln lässt“, sagte Martin Hahn.

Anschaulich Bereits 1981 wurde der historische Stadtkern als Gesamtanlage nach dem Denkmalschutzgesetz geschützt. Ziel sei es, eine nachhaltige, Denkmale und Ressourcen schonende Stadtentwicklung zu erreichen. Im Sommer diesen Jahres wurden die denkmalpflegerischen Werte präzise erfasst. Die Ergebnisse dieser Arbeit stehen in anschaulicher Form zur Verfügung. „Unsere Intention ist es, nicht nur die Kulturdenkmale, sondern auch deren wesentlicher Kontext mit erhaltenswerten Gebäuden, Straßenzügen, Plätzen und Grünflächen zu dokumentieren“, informierte Dr. Martin Hahn.

Man erreicht dies durch Texte, Karten und Fotos, die den historischen und schützenswerten Stadtkern beschreiben und bewerten. Und das mit einem Mausklick sozusagen, denn der Werteplan wurde komplett digitalisiert und auf CD gebrannt. Hahn setzt auf die moderne Technik, die einfach zu bedienen ist, um sie für die tägliche Praxis brauchbar zu machen. Die Technik ermöglicht einen unkomplizierten und schnellen Datenzugriff für alle am Planen und Bauen Beteiligte.

Modernes Instrument Autor Hahn übergab Bürgermeister Claus Brechter das Werk in gedruckter Form. „Ich freue mich sehr, dass wir jetzt ein modernes Instrument zur Verfügung haben, das unsere praktische Arbeit erleichtert“, sagte Brechter. Die Leiterin des Referats Denkmalpflege im Stuttgarter Regierungspräsidium, Gertrud Clostermann, sieht noch einen weiteren Vorteil in dem Werk: „Wir haben dadurch eine Ebene gemeinsamen Wissens erreicht, und genau das ist wichtig in der Denkmalpflege“, sagte sie.

Gebietsreferentin Angelika Reiff vom RP hat ihr Wissen zu Bad Wimpfen ebenso eingebracht wie der rührige Stadtarchivar Günther Haberhauer, der dieses Instrument wohl am häufigsten anwenden wird. Bei etlichen Objekten seiner Stadt benötigt Haberhauer allerdings gar keine CD, die Daten dazu hat er verinnerlicht und kennt die Geschichte und den Werteplan dazu genau.