Neckarvorstadt bekommt Konturen

Gemeinderat beauftragt Wettbewerbssieger mit Masterplan

Von Kilian Krauth

Neckarvorstadt bekommt Konturen
Mehr als reine Zukunftsmusik: Der ehemalige Floßhafen soll zur Marina mit Stadthäusern werden. Der verschüttete Carlshafen wird zum Badesee.Foto: Montage/Steidle

Heilbronn - Ein weiterer Schritt in Richtung Neckarvorstadt ist getan. Der Heilbronner Gemeinderat hat jetzt die Münchner Architektengruppe Steidle und t17 Landschaftsarchitekten beauftragt, den städtebaulichen Rahmenplan zur Realisierung des neuen Stadtteils im Bereich des brach liegenden Fruchtschuppenareals nördlich des Bahnhofs zu erstellen.

Gartenschau Auf dem Gelände soll zuvor 2019 die Bundesgartenschau durchgeführt werden: nicht nur als bunte Blümlesshow, sondern mit wegweisenden Zukunftsprojekten, wie es im Gemeinderat hieß. Bescheiden aus fielen die Wünsche, die sich der Jugendgemeinderat in der gemeinsamen Sitzung wünschen durfte: Larissa Holaschke regte einen Abenteuerspielplatz an, Xenia Kern eine BMX-Bahn und Bademöglichkeiten. "Das wäre toll."

Aus dem bis Mitte 2010 zu entwickelnden städtebaulichen Rahmenplan, der zunächst das 50 Hektar große Buga-Kerngebiet umfasst, soll anschließend das notwendige Planungsrecht entwickelt werden. Auf der Basis des Rahmenplans, so Baubürgermeister Wilfried Hajek, kann der Gemeinderat über das weitere Vorgehen wie etwa Buga-Realisierungswettbewerbe entscheiden.

"Wir wollen die Buga trotz finanzieller und wirtschaftlicher Risiken schultern", betonte CDU-Fraktionschef Alexander Throm. Zur Not könne man ja 2012 "die Reißleine ziehen". Damit es nicht so weit kommt, müsse die Verwaltung "unter Volldampf weiterarbeiten und das Projekt vom Kopf auf die Füße stellen" , befand Sibylle Mösse-Hagen (SPD). Wie Nico Weinmann (FDP) sprach sie von einer einmaligen Chance, das viel zitierte Thema Stadt am Fluss mit intelligenten Wohn- und Arbeitsformen umzusetzen und Heilbronn großstädtischer zu machen. Wolf Theilacker (Grüne) riet an "der historischen Chance" festzuhalten, auch wenn das Geld knapp werden sollte. Mit Blick auf den benachbarten Zukunftspark wünschte er sich, dass die Bereiche "Wissenschaft und Windeln" verzahnt werden. Nicht ganz so euphorisch äußerte sich Heiner Dörner (FWV). Er nannte die Finanzierung "russisches Roulette" und beantragte eine grobe Kostenschätzung für die ersten vier Wettbewerbsplätze. "Zu Not nehmen wir halt den Zweiten." Alfred Dagenbach (Pro) warnte davor, das Projekt zu zerreden und riet, die Verwaltung "in Ruhe arbeiten zu lassen". Nicht nur Hasso Ehinger (Linke) regte an, die Bürger ins Boot zu nehmen. Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach erklärte dem neuen Stadtrat, dass man natürlich Zukunftszeichen setzen wolle: soziologische, architektonische, ökologische.