Kümmerer kommt im Januar

Mehr Räume und Mitarbeiter für Amorbach

Von Heike Kinkopf

Der Kümmerer für Amorbach kommt im Januar

„Andreas Gastgeb weiß, wie ein Stadtteil-Rathaus funktioniert.“

Joachim Scholz

Neckarsulm - Andreas Gastgeb wird den Job des zentralen Ansprechpartners in Amorbach voraussichtlich Anfang des Jahres aufnehmen. Derzeit investiert die Stadt Neckarsulm 60 000 Euro in die Herrichtung der neuen Räume, denn die Verwaltungsstelle wird ins Gebäude nebenan ziehen. Das Personal wird aufgestockt, die Verwaltungsmitarbeiter bekommen mehr Platz.

Wann geht es los? Wann kommt der Kümmerer? E-Mails von Amorbachern, die etwas von ihm wollen, bekommt Andreas Gastgeb schon heute. Der 42-Jährige bleibt weiterhin hauptamtlicher Ortsvorsteher in Obereisesheim. Auch dort wird die Zahl der Mitarbeiter aufgestockt (siehe Hintergrund).

Präsenz Im zurückliegenden Oberbürgermeister-Wahlkampf warf OB Joachim Scholz die Idee eines „Kümmerers für Amorbach“ in die Runde. Er sieht den Bedarf, „dass die Stadtverwaltung präsent ist“. Der Gemeinderat stellte mit dem Beschluss im Frühjahr die Weichen.

Es geht allerdings um mehr, als Bürgern die Möglichkeit zu geben, ein Schlagloch zu melden. Amorbacher sollen sich nicht „wie das fünfte Rad am Wagen fühlen“. Sie bekommen eine Anlaufstelle, einen zentralen Ansprechpartner. „Es gibt Herausforderungen in dem Stadtteil“, sagt Andreas Gastgeb. In den vergangenen Wochen und Monaten machte er sich kundig. Führte „unendlich viele Gespräche“. Gastgeb baut auf die „vielen engagierten Leute“, die es in Amorbach gibt.

Ziel ist es, die Identifikation der Amorbacher mit ihrem Wohnort zu steigern. „Andreas Gastgeb weiß, wie ein Stadtteil-Rathaus aufgebaut ist und wie es funktioniert“, sagt Scholz. Viele Angelegenheiten, für die Amorbacher sonst ins Rathaus Neckarsulm fahren mussten, sollen sie von Januar an direkt in der Verwaltungsstelle Amorbach erledigen. Dort können sie sich vorab informieren, welche Unterlagen sie für einen bestimmten Vorgang zusammentragen müssen, oder was notwendig ist, um etwa ein Fest zu organisieren. Drückt Amorbacher der Schuh - Gastgeb vermittelt, holt Gesprächspartner an einen Tisch. Hat einer eine gute Idee, will Gastgeb helfen, Mitmacher zu gewinnen.

Das derzeitige Verwaltungsbüro in der Lautenbacher Straße krankt an den beengten Verhältnissen. Jeder Besucher kann hören, was den vor ihm in der Reihe herführt. Die neue Verwaltungsstelle hat auf 170 Quadratmetern Platz für Büros, Toiletten, einen kleinen Lagerraum und eine kleine Küche sowie ein Besprechungszimmer.

Trauungen Besonders freut sich Andreas Gastgeb über die Möglichkeit, in Amorbach standesamtliche Trauungen vorzunehmen.

Seine Aufgabe wird es sein, Vertrauen zu schaffen. „Verlässliche Infos“ weiterzugeben, gehört genauso zu seinem Job wie Defizite aus dem Weg zu räumen. Die Arbeit ist „nichts Starres“. Es gebe viele Leute in Amorbach mit guten Ideen. Gastgeb will das Ehrenamt mitnehmen, damit im Stadtteil ein stärkeres Wir-Gefühl entsteht.