„Guten Vorschlägen gegenüber bin ich offen“

OB-Kandidat Joachim Scholz legt Schwerpunkt auf Bereich Kinder, Familien, Senioren

Von Heike Kinkopf

Joachim Scholz schnürt in der Freizeit gerne die Laufschuhe.Foto: Dittmar Dirks

Neckarsulm - Im Moment, sagt Joachim Scholz, zehrt er vom Konditionsvolumen. Als passionierter Langstreckenläufer bringt er die nötige Ausdauer für den Wahlkampf mit. Scholz über Scholz: „Ich gehe die Dinge dynamisch an.“ Eine „ganz besondere Dynamik“ bescheinigt er der Stadt Neckarsulm. Dort möchte der 45-Jährige Oberbürgermeister werden.

Der Diplom-Verwaltungswirt leitete von 1993 bis 1996 das Hauptamt der Stadt Bad Wimpfen, vor zwölf Jahren wurde er im 12 000 Einwohner zählenden Steinheim Bürgermeister. Scholz gehört keiner Partei an und sitzt für die Freien Wähler im Ludwigsburger Kreistag. Ob er sich in Neckarsulm als OB bewirbt, habe er sich reiflich überlegt. Solche Entscheidungen treffe er nicht einfach aus dem Bauch heraus.

Hand und Fuß Auf gründliche Vorbereitungen und Planungen legt er Wert. „Aber ich kann auch mal fünf gerade sein lassen“, sagt Scholz. Ein „Möglich-Macher“, kein „Verhinderer“ – Joachim Scholz beschreibt sich selbst als einen Mensch, den man begeistern kann. „Guten Vorschlägen, guten Projekten, guten Argumenten gegenüber bin ich offen.“ Die Anregungen müssten aber Hand und Fuß haben.

Als OB möchte er einen Schwerpunkt auf Kinder, Familien, Senioren legen. „In diesem Bereich bin ich schon immer aktiv gewesen“, sagt er und nennt Stichworte: Bewegte Schule, Bildungshaus, Mini-Fit. Die Vernetzung von Kindergärten und Grundschulen möchte er in Neckarsulm vorantreiben. Themen, die dem Familienvater am Herzen liegen. Sei er als Bürgermeister und auch zuvor als Hauptamtsleiter bereits nah an diesem Thema dran gewesen, haben die beiden Söhne dafür gesorgt, dass sich „der Blickwinkel neu einstellt“.

In der Familie tankt Scholz auf. Gemeinsame Aktionen, Spaß miteinander haben – das private Lebensumfeld befindet sich mit dem berufliche in der Waage. Mit ein Grund, warum ihn kaum etwas auf die Palme bringt. „Ich bin ein ausgeglichener Mensch.“ Nur manchmal werde er ein bisschen ungeduldig. In der siebten, achten Klasse, erinnert sich Scholz, hatte er vor, Anwalt zu werden. „Jetzt bin ich aber in der besseren Situation“, sagt Scholz, weil er als Stadtoberhaupt Recht und Gesetz umsetzen könne. „Ich kann etwas für die Bürger tun, etwas für die Stadt erreichen.“

Grundstein In einfachen Verhältnissen in Stuttgart aufgewachsen, machte er Abitur im Internat Schloss-Schule in Kirchberg an der Jagst. Eine Zeit, die ihn geprägt habe. „Es war eine tolle Gemeinschaft.“ Scholz engagierte sich als Schülersprecher, er gehörte dem paritätisch besetzten Internatsrat an. „Vielleicht war dies mit ein Grundstein für mich, Bürgermeister zu werden“, meint Scholz rückblickend.

Der OB-Kandidat möchte gemeinsam mit Menschen in Neckarsulm etwas bewegen. Trotz der guten finanziellen Ausstattung der Kommune lehnten sich die Menschen nicht zurück, „sie packen stark mit an“. Dies sei etwas, das ihn und seine Familie anspreche.