Eine Hand soll Zeichen setzen

Gunther Stillings Skulptur „La Mano“ vor der Volkshochschule eingeweiht

Von Stephanie Pfäffle

Eine Hand soll Zeichen setzen
Enthüllten die Skulptur vor der Volkshochschule (von links): Volker Blust, der Künstler Gunther Stilling und Baubürgermeister Klaus Grabbe.Foto: Stephanie Pfäffle

Neckarsulm - „Erst Hände haben uns Aufgerichtete zu Menschen gemacht,“ sagt der private Kunstsammler Dr. Manfred Saller aus Schwäbisch Gmünd. Anlass war die Einweihung der Skulptur „La Mano“ von Professor Gunther Stilling auf dem Platz vor der Neckarsulmer Volkshochschule.

Berührungslust und Geschicklichkeit machten die Hände erst zu etwas ganz Besonderem. Der Gemeinderat hatte dem Güglinger den Auftrag erteilt, etwas für diese Fläche zu schaffen. Stilling entschied sich für eine übergroße Hand aus Aluminium. „In Bronze wäre sie von der Umgebung verschluckt worden“, erläutert Stilling die Wahl des Materials für die 2,50 Meter breite Skulptur. Und da die Entwicklung der Intelligenz ohne Hände nicht möglich gewesen sei, passe das Objekt auch gut zur Volkshochschule. Dass sich dieser Zusammenhang dem Betrachter nicht sofort erschließt, ist dem 64-Jährigen bewusst. „Ein Kunstwerk muss ein Geheimnis haben, man muss etwas machen, das berührt, nicht das gefällt.“ Es schien bei der feierlichen Enthüllung allerdings beides bei den zahlreichen Anwesenden gewährleistet. Oberbürgermeister Volker Blust freute sich über das neue Kunstwerk in seiner Stadt. „Ich meine, dass gerade der öffentliche Raum eine gute Plattform bietet, weil hier Kunst allen Menschen näher gebracht wird und sie sich, vielleicht nicht alle, an der Kunst erfreuen können.“

Vielleicht kommt bald auch noch ein weiteres Stück hinzu, hat Stilling doch zur 171 000-Euro-Hand auch noch einen kleinen Fuß abgeliefert. „Wenn wir den auch noch übernehmen, wovon Sie ausgehen können, dann könnte man einfach sagen, dass die Sache Hand und Fuß hat.“ Stilling will den OB allerdings nicht auf dieses spontane Versprechen festnageln. „Der Fuß verschwindet wieder, wenn er nicht auf Zustimmung stößt.“

„La Mano, die Hand, in dieser Monumentalität, vielfältig, verändert, gebrochen, verletzt und verformt, fordert uns als bewusst herausgehobener Bedeutungsträger in mehrfacher Hinsicht“, erklärte Saller den Anwesenden. Sie stehe für das Ganze des Menschen und erinnere gerade an einer wichtigen Bildungsstätte an die so vielfältigen Funktionen und Bedeutungen, die ihr im Laufe der Menschheitsgeschichte zugewachsen sind.